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Brandenburg Montag, 20 März 2017 16:39 |  von Redaktion

Wald ist mehr als Holz - BUND fordert Wälder naturnäher zu bewirtschaften

Wald ist mehr als Holz - BUND fordert Wälder naturnäher zu bewirtschaften

Anlässlich des Tag des Waldes, welcher jährlich am 21. März stattfindet, macht der BUND Brandenburg auf die Bedrohung vieler schützenswerter Lebensräume im Land durch die Forstwirtschaft aufmerksam und fordert eine naturnähere Waldbewirtschaftung - nicht nur in den Schutzgebieten, sondern auf der gesamten Fläche. Von diesem Ziel ist Brandenburg jedoch noch weit entfernt.

In seinem “Bericht zur Lage der Natur in Brandenburg” hat der BUND Brandenburg Ende letzten Jahres die Ursachen für die Gefährdung von Lebensräumen identifiziert, die durch das europäische Schutzgebietssystems NATURA 2000 geschützt sind. Dabei stellte sich heraus, dass die Waldbewirtschaftung neben der intensiven Landwirtschaft eine der Hauptursachen ist: 14 der 39 nach der FFH-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen in Brandenburg sind durch sie gefährdet. Dazu erklärt Carsten Preuß, Vorstandsvorsitzender des BUND Brandenburg: "Insbesondere großflächiger Holzeinschlag und die Entfernung von Tot- und Altholz beeinträchtigen die Lebensgemeinschaften im Wald. Viele Käfer und Pilze sind auf Totholz angewiesen. In den aufgeräumten Stangenforsten finden sie keine Lebensgrundlage. Eine behutsame Waldbewirtschaftung, in der auch abgestorbene Bäume ihren Platz haben, kann hier viel bewirken. Auch der Umbau zu artenreicheren Mischwäldern sollte konsequent vorangetrieben werden. 10 Prozent der öffentlichen Wälder sollten gänzlich unbewirtschaftet bleiben, um Pflanzen und Tieren einen intakten Lebensraum zu bieten."

Stark gefährdet durch die forstwirtschaftliche Nutzung sind zum Beispiel die FFH-Lebensraumtypen Hainsimsen-Buchenwald, Waldmeister-Buchenwald und die Mitteleuropäischen Flechten-Kiefernwälder. Für diese Lebensraumtypen trägt Brandenburg eine besondere Verantwortung, da sie hier einen Verbreitungsschwerpunkt haben.

Neu hinzugekommen ist die Bedrohung der Wälder durch den Bau von Windkraftanlagen. "Aus Gründen des Wald- und Artenschutzes sollte auf Windkraftanlagen in Wäldern verzichtet werden. Vielmehr sollte durch Energieeinsparungen der Flächenbedarf für die Energieerzeugung soweit wie möglich reduziert werden", so Carsten Preuß.

Der Tag des Waldes am 21. März wurde in der 1970er Jahren von der FAO eingeführt, um auf die weltweite Bedrohung der Wälder aufmerksam zu machen.

pm/red

Foto: Petra Bork, www.pixelio.de

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