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Brandenburg Dienstag, 14 Februar 2017 11:45 |  von Redaktion

Brandenburg will Energiespeicherland werden

Brandenburg will Energiespeicherland werden

„Brandenburg ist Energieland. Wir sind Vorreiter bei der Energiewende – und wir wollen es auch bei der Entwicklung von Energiespeichern sein. Denn nur wenn Speicher im industriellen Maßstab zur Verfügung stehen, kann die Energiewende ein Erfolg werden.“ Das erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber heute bei einem Pressegespräch im Vorfeld des 2. Brandenburger Speichertages, der am 15. Februar im GeoForschungsZentrum in Potsdam stattfindet.

Bereits 20 Prozent des Primärenergieverbrauchs in Brandenburg werden aus erneuerbaren Energien gedeckt, bis 2030 sollen es mehr als 30 Prozent sein. Doch immer häufiger produzieren Wind- und Solaranlagen keinen Strom - weil sie abgeschaltet werden müssen. „Allein die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien reicht für das Gelingen der Energiewende nicht aus. Es müssen die Netze ausgebaut werden, um den Strom zu transportieren. Und damit der Strom zur Verfügung steht, wenn er gebraucht wird, muss er auch gespeichert werden können“, betonte Minister Gerber. 

Brandenburg habe das Thema Speicher frühzeitig angepackt, sagte Gerber. So sind in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums drei Batterie-Speicher (in Neuhardenberg, Alt Daber und Feldheim) sowie ein Wärme-Speicher (in Oberkrämer-Vehlefanz) errichtet worden. In zwei Hybrid-Kraftwerken wird zudem die Power-to-Gas-Technologie erprobt.

„Doch was bisher an Speichern vorhanden ist, ist noch weit von dem entfernt, was wir tatsächlich brauchen“, sagte der Minister. Benötigt werde neben Speichern im industriellen Maßstab auch die Möglichkeit, überschüssigen Strom im Wärme- und Verkehrsbereich nutzen zu können. „Es ist gut und wichtig, dass der Bund sich jetzt bereiterklärt hat, Geld für die Weiterentwicklung der Speichertechnologien bereitzustellen. Aber das allein reicht nicht“, so Gerber. „Wir brauchen schon jetzt reale Speicherkapazitäten am Markt. Der Bund hält diese erst für notwendig ist, wenn der Anteil der erneuerbaren Energien einen signifikanten Anteil‘ an der gesamten Stromerzeugung hat. Das ist in Brandenburg schon jetzt der Fall. Wir sind im Vergleich zum Bundesdurchschnitt – ebenso wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachen – viele Jahre weiter. Deswegen haben wir jetzt die Probleme, die die anderen erst in vielen Jahren haben werden.“

Welche Speicher-Technologie ist für welche Zwecke geeignet? Welche Kapazitäten sind nötig? Was können Speicher bereits heute leisten und was müssen sie noch „lernen“? Um diese Kernfragen der Energiewende zu diskutieren, hat das Brandenburger Wirtschafts- und Energieministerium gemeinsam mit dem GeoForschungsZentrum Experten aus ganz Deutschland nach Potsdam eingeladen zum „2. Brandenburger Energiespeichertag“. Bei der hochkarätig besetzten Tagung am 15. Februar soll über die notwendige Weiterentwicklung der Speichertechnologie diskutiert werden und darüber, welche Rolle Brandenburg dabei spielen kann.

pm/red

Foto: Symbolbild; Wikipedia, CC 3.0 Lizenz

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