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Brandenburg Mittwoch, 25 Januar 2017 22:05 |  von (4)

Kfz-Versicherung und Schufa-Eintrag: So lässt sich das Auto trotzdem versichern

Kfz-Versicherung und Schufa-Eintrag: So lässt sich das Auto trotzdem versichern

Das Schreckgespenst SCHUFA-Eintrag hängt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen von Betroffenen. Negative Einträge in der SCHUFA wirken sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens aus. Sei es, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, ein Konto zu eröffnen, eine Kreditkarte zu erhalten oder einen Verbraucherkredit aufzunehmen. Die Gründe, die zu einem Eintrag führen, sind dabei so unterschiedlich wie die Menschen, die das Thema betrifft. Doch welche Auswirkungen hat der Schufa-Eintrag auf die Kfz-Versicherung? Wissenswertes rund um dieses Thema ist Gegenstand des Artikels.

Oft gehen unverschuldete Schicksalsschläge einem negativen Schufa-Eintrag voraus

Elementare Schäden wie ein Wohnungsbrand können Auslöser für das Abrutschen in eine finanzielle Notlage sein, die zu Zahlungsschwierigkeiten führt und später unter Umständen in einen negativen Schufaeintrag mündet. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Krankheit oder andere Schicksalsschläge, die die Erwerbsfähigkeit bzw. -tätigkeit betreffen, können mittel- bis langfristig zur Zahlungsunfähigkeit und damit in eine Privatinsolvenz führen.

In einer solchen Notlage sparen Betroffen in der Regel, wo es nur geht. Sie kündigen private Vorsorgeverträge, lösen Sparverträge auf und kündigen vermeintlich überflüssige Versicherungen. Doch der Gesetzgeber hat im Pflichtversicherungsgesetzt festgeschrieben, dass eine Haftpflichtversicherung für ein Kfz zwingend abzuschließen ist. Das Gesetz gilt für jeden Fahrzeughalter in Deutschland.

„§ 1 Der Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers mit regelmäßigem Standort im Inland ist verpflichtet, für sich, den Eigentümer und den Fahrer eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Personenschäden, Sachschäden und sonstigen Vermögensschäden nach den folgenden Vorschriften abzuschließen und aufrechtzuerhalten, wenn das Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen (§ 1 des Straßenverkehrsgesetzes) verwendet wird.“

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz auf gesetze-im-internet.de.

Aus dieser gesetzlichen Regelung erwächst auch für Versicherer eine Verpflichtung. Im selben Gesetz ist sinngemäß nachzulesen, dass jede deutsche Kfz-Haftpflichtversicherung rechtlich dazu verpflichtet ist, jedem Antragsteller die Möglichkeit zu geben, sich zu versichern. Ist damit das Problem aller Schufa-belasteten Verbraucher gelöst? Teilweise schon, denn hier muss man zwischen den Zeilen lesen.

Haftpflichtversicherung Ja – Kaskoversicherung Nein

Der Teufel steckt im Detail: Es geht um die Haftpflichtversicherung – nicht mehr, und nicht weniger. Wie oben erklärt, sind Versicherungsunternehmen dazu verpflichtet, im Prinzip jeden Halter zu akzeptieren. Auch Personen mit negativem SCHUFA Eintrag. Doch was Versicherungen dürfen, ist einen Antrag ablehnen, wenn sie Zweifel an der Zahlungsfähigkeit hegen. Das wird in der SCHUFA entweder

  • mit dem Eintrag einer Privatinsolvenz dokumentiert oder
  • mit einer eidesstattlichen Erklärung.
  • Auch, wenn ein Antragsteller in der Vergangenheit schon einmal die Kündigung von dem Versicherungsunternehmen erhalten hat, hat diese Versicherung rechtlich die Möglichkeit, eine Ablehnung des potentiellen Kunden durchzusetzen.

Liegen allerdings andere Gründe für die Eintragung in der SCHUFA vor, sei es eine unbezahlte Kreditrate oder eine nicht bezahlte Versandhausrechnung, dann sind das keine Gründe, aus denen eine Versicherung einen Antragsteller ablehnen dürfte. In diesen Fällen dürfen Versicherungen ihre Leistungen aber einschränken. Das schlägt sich auf diese Versicherungsleistungen nieder:

  • Versicherungen können nur die Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug gewähren.
  • Versicherungen dürfen die Deckungssumme auf die gesetzliche Untergrenze fixieren.
  • Versicherungen dürfen sämtliche Zusatzleistungen und Sondervereinbarungen ablehnen.

Auch, wenn einer Versicherung diese drei Wege offenstehen, verfolgen längst nicht alle Assekuranzen auch alle drei Kanäle. Meistens reicht es ihnen, alleine den Kaskoschutz zu verweigern. Deckungssumme, Zusatzleistung und Sonderkonditionen stehen bei ihnen nicht zur Debatte. In jedem Fall ist es ratsam, wenn Betroffene sich vorab über die Möglichkeiten einer Kfz Versicherung ohne SCHUFA informieren und verschiedene Versicherungen miteinander vergleichen. Ein übersichtliches Portal für den Versicherungsvergleich findet sich auf kfzversicherungohneschufa.de. Nach Angabe von Daten zum Fahrzeug, zur Person und zu weiteren vertragsrelevanten Details, liefert die Datenbank eine Liste von Versicherungen und Tarifen, die in Frage kommen.

Schufa-Abfrage gehört immer zum Standard – auch bei Online Anfrage

Ob online oder offline, seriöse Versicherungen fragen immer die SCHUFA – im Internet zu finden unter schufa.de - eines Antragstellers ab. Es gehört zum üblichen Prüfungsvorgang, um relevantes Backgroundwissen über den potenziellen Vertragspartner zu erhalten. Verbraucher sollten das nicht persönlich nehmen, denn in den seltensten Fällen lehnt eine Versicherung in der Praxis einen Versicherungsantrag ab – auch bei bestehender negativer Schufa.

Bild: Bei einem Unfall werden oft Menschen verletzt. Der Schaden kann dann schnell in die Hunderttausende oder gar Millionen gehen. Auch deshalb ist eine Kfz-Haftpflicht zwingend abzuschließen.; pixabax.com © Akent879 (CC0 Public Domain)

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