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Brandenburg Mittwoch, 07 September 2016 11:31 |  von Redaktion

Hohe Erwartungen an vegetarische und vegane Ersatzprodukte

Hohe Erwartungen an vegetarische und vegane Ersatzprodukte

Verbraucher haben hohe Ansprüche an die Inhaltsstoffe und Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Alternativen wie Seitan-Würstchen, Lupinen-Eis oder Tofu-Burger. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage der Verbraucherzentralen, an der fast 6.000 Verbraucherinnen und Verbraucher teilnahmen. Die Mehrheit der Befragten lehnt Spuren tierischer Bestandteile in den sogenannten Ersatzprodukten ab. Zudem gaben 90 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie sich kaum an Siegeln orientieren. Die meisten Verbraucher schauen auf die Zutatenliste.

„In vegetarischen Lebensmitteln erwarten 99 Prozent der Befragten kein Fleisch, 93 Prozent keinen Fisch und 88 Prozent keine sonstigen Zutaten vom geschlachteten Tier“, berichtet Veronika Wrobel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Eine bekannte Zutat vom geschlachteten Tier ist zum Beispiel Gelatine, die meist aus Schweineschwarten oder Tierknochen hergestellt wird und unter anderem in manchen Fruchtgummisorten zu finden ist“, erklärt die Expertin.

Vegetarische und vegane Lebensmittel im Trend

Die überwiegende Mehrheit der Befragten hat schon einmal Fleischersatzprodukte probiert. Nicht nur Veganer (99 Prozent) und Vegetarier (96 Prozent), auch 82 Prozent der Flexitarier und 62 Prozent der Mischköstler haben diese schon gekauft. Am beliebtesten sind bei den Umfrageteilnehmern Fleisch-, Wurst- sowie Milchersatzprodukte.

Hauptgründe: Tierschutz, Ethik und Gesundheit

Die wesentlichen Kaufmotive für Alternativprodukte sind der Tierschutz (42 Prozent), ethische Gründe (28 Prozent) sowie die Gesundheit (11 Prozent). Die Priorität der Beweggründe für den Kauf von Ersatzprodukten unterscheidet sich jedoch je nach Ernährungsweise stark. Während Veganer und Vegetarier den Tierschutz (44 bzw. 51 Prozent) und ethische Gründe (36 bzw. 27 Prozent) am wichtigsten finden, spielt für Flexitarier zusätzlich der gesundheitliche Aspekt eine Rolle. Für Mischköstler ist die Gesundheit das hauptsächliche Kaufmotiv für Ersatzprodukte.

Mehrheit lehnt tierische Spuren ab

Die Umfrageteilnehmer wurden auch gefragt, ob ihrer Meinung nach Ersatzprodukte unbeabsichtigte Spuren von tierischen Lebensmitteln wie z. B. Fisch oder Milch enthalten dürften. Zwar stören solche Spuren eine knappe Mehrheit (54 Prozent) der Veganer nicht, bei den Vegetariern ist die Ablehnung jedoch umso deutlicher (74 Prozent). Auch bei Flexitariern und Mischköstlern ist eine deutliche Mehrheit (69 bzw. 60 Prozent) gegen unbeabsichtigte Spuren.

Siegel als Entscheidungshilfe? Fehlanzeige!

Vegane und vegetarische Produkte sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Siegel gekennzeichnet. Doch sind diese tatsächlich eine Entscheidungshilfe? Der Großteil der Befragten orientiert sich kaum an Siegeln. Die Mehrheit zieht die Zutatenliste zu Rate, wenn es um die „inneren Werte“ der Ersatzprodukte geht.

Hintergrund und Ausblick:

Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer gaben eine überwiegend vegetarische oder vegane Ernährungsweise an. Die Gesamtergebnisse spiegeln also vor allem die Meinung dieser Verbrauchergruppen wider. In Abhängigkeit vom Alter fällt auf, dass sich vor allem jüngere Konsumenten vegan ernähren (55 Prozent der bis 30-jährigen Befragten). Der Anteil der Veganer nimmt in den höheren Altersgruppen immer mehr ab. Die Gründe für den Kauf von Ersatzprodukten sind vielfältig und unterschiedlich nach Ernährungsweise.

Die Verbraucherzentralen nehmen das Resultat der Umfrage zum Anlass, einen Marktcheck durchzuführen. Dabei sollen vegetarische und vegane Ersatzprodukte besonders im Hinblick auf die Spurenkennzeichnung, ihren Gesundheitswert sowie die Kennzeichnung der Haltungsform bei tierischen Zutaten wie Eiklar analysiert werden. „Wir wollen wissen, ob die Rezepturen die hohen Erwartungen der Verbraucher erfüllen und die Kennzeichnung aussagekräftig genug ist“, sagt Veronika Wrobel.

Der ausführliche Bericht zur Umfrage und die Infografiken zum Download unter www.vzb.de/vegetarische-und-vegane-ersatzprodukte

pm/red

Foto: Erwin Lorenzen  / www.pixelio.de

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