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Brandenburg Montag, 29 August 2016 22:59 |  von (4)

So bestehen Sie die MPU

So bestehen Sie die MPU

Ob ein Alkoholexzess, Drogenkonsum oder die mehrfache, starke Geschwindigkeitsüberschreitung – all diese Ereignisse können entweder einzeln oder in Summe dazu führen, dass Autofahrer zur MPU antreten müssen. Wurden Sie zur MPU vorgeladen, da Sie sich eines oder mehrerer Vergehen im Straßenverkehr schuldig gemacht haben, ist die Panik erst einmal groß. Werde ich die Medizinisch Psychologische Untersuchung bestehen? Bekomme ich meinen Führerschein wieder? Was passiert wenn ich nicht bestehe?

Grundsätzlich gilt: Die MPU ist nicht leicht zu bestehen und wer denkt, er kann dort hineinspazieren, ein paar Fragen zur MPU beantworten und nach ein paar Stunden mit seinem Führerschein in der Hand wieder hinausgehen, der hat sich geschnitten. Ohne eine gründliche Vorbereitung läuft bei der MPU gar nichts, weshalb der Fokus – sobald klar ist, dass Sie zur MPU antreten müssen – darauf gelegt werden sollte.

Eine gründliche Vorbereitung auf die MPU ist das A und O

Möglichkeiten zur Vorbereitung gibt es viele, das Problem ist, dass die richtig guten Vorbereitungskurse mit hohen Kosten verbunden sind, die zusätzlich zu dem Geld, das für die MPU bezahlt werden muss, noch hinzukommen. Wer es sich nicht leisten kann einen Vorbereitungskurs zu besuchen, der sollte zumindest mit Übungsmaterial pauken und sich in Eigenregie auf die Untersuchung vorbereiten.

Wichtig ist zu verstehen, worum es den Gutachtern bei der MPU geht. So gibt es kein Richtig oder Falsch und der Fokus liegt nicht darauf, X Punkte zu erreichen. Der Gesamteindruck, den der Prüfer vom MPU-Teilnehmer bekommt, muss stimmen und er muss ihm glaubhaft vermittelt haben, dass er sein Fehlverhalten verstanden hat und es in dieser Form nicht mehr vorkommt. Ziel der MPU soll die Verhaltensänderung der Person sein, die erst mit Einsicht und Verständnis wieder in den Straßenverkehr gelassen werden kann. Sollte Ihre Taktik sein, Ihr Vergehen herunterzuspielen, werden Sie nicht bestehen. Rechnen Sie mit Fragen zu Ihrer Person, zu Ihrer Vergangenheit und wie es zu dem Fehlverhalten im Straßenverkehr kam. Der Gutachter will versuchen herauszufinden, was dem Delikt zugrunde liegt und möchte dann von Ihnen eine reflektierte Sicht der Dinge hören.

In den Vorbereitungskursen zur MPU wird genau dieses Szenario geübt und die Untersuchungssituation mit dem Trainer durchgespielt. Mögliche Fragen und Aufgaben werden gemeinsam durchgegangen, wodurch Sie der MPU auch etwas gelassener entgegenblicken können, da Sie schon im Vorfeld einen Eindruck bekommen, wie die MPU abläuft. Auch die praktischen Übungen wie zum Beispiel der Reaktionstest werden in den Vorbereitungskursen geübt.

So viel kosten die MPU und die Vorbereitungskurse

Gruppenkurse zur MPU-Vorbereitung liegen bei um die 600 Euro, Einzelschulungen kosten gut und gerne 1.000 bis 1.500 Euro und die Kosten für die MPU belaufen sich eh schon auf über 400 Euro. Somit ist nicht nur der psychische Stress, der mit einer MPU verbunden ist groß, sondern auch noch die finanzielle Belastung. Am Effektivsten sind sicherlich Stunden bei einem Verkehrspsychologen, der in Einzelgesprächen mit Ihnen für die MPU übt, diese Schlagen aber pro Stunde mit rund 100 € zu Buche. Wer nur mit Büchern und Online-Materialien lernt, kann sich überlegen ob er nicht ein oder zwei Stunden bei einem Verkehrspsychologen bucht, falls ein gesamter Vorbereitungskurs zu teuer ist.

Hoffen Sie nicht darauf, die MPU aussitzen zu können

Wer übrigens hofft, dass die MPU verjährt und er die Zeit ohne Führerschein einfach aussitzen kann, der braucht viel Geduld. Der Eintrag in die Akte wird erst nach Ablauf von 10 Jahren gelöscht und diese zehn Jahre starten auch erst dann, wenn nach dem Vergehen, das zur Anordnung der MPU geführt hat, fünf Jahre keinerlei Auffälligkeiten im Straßenverkehr passieren. Dazu zählen auch Vergehen als Fahrradfahrer.

Sie müssen also nach der Anordnung der MPU mindestens 15 Jahre warten, bis Sie Ihren Führerschein ohne MPU wiedererlangen und das ist für die meisten Menschen schlichtweg zu lang, da sie auf ihren Führerschein angewiesen sind. Ihnen wird also nichts übrig zu bleiben als in den sauren Apfel zu beißen, einen Vorbereitungskurs wahrzunehmen und dann zur MPU anzutreten. Die gute Nachricht ist, dass die MPU nach Nicht-Bestehen wiederholt werden kann, Sie haben also mehr als eine Chance Ihren Führerschein wiederzuerlangen!

Falls es sich bei Ihrem Delikt um ein Drogen- oder Alkoholdelikt im Straßenverkehr handelt, müssen Sie zunächst eine Therapie, einen Entzug oder einen Abstinenznachweis vorlegen, bevor Sie die Chance haben Ihren Führerschein wiederzubekommen. Ohne Nachweis gibt es den Führerschein nicht zurück, wichtig ist, dass sich die Abstinenz von Drogen oder Alkohol in der Realität bewährt.

Foto: Wilhelmine Wulff  / www.pixelio.de

 

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