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Brandenburg Freitag, 19 August 2016 15:12 |  von Redaktion

Sulfatbelastung der Spree. Zu zwei Dritteln aus aktiven Braunkohletagebauen. Gefahr für Trinkwasser in Berlin

Sulfatbelastung der Spree. Zu zwei Dritteln aus aktiven Braunkohletagebauen. Gefahr für Trinkwasser in Berlin

Der im Juli angekündigte gemeinsame Bericht der Länder Berlin und Brandenburg zur Sulfatbelastung der Spree ist nun auf den Internetseiten des Berliner Senats veröffentlicht: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/wasser/download/sulfatgespraech_06-2016.pdf

Der von den Staatssekretären Hendrik Fischer (Brandenburg) und Christian Gaeber (Berlin) unterschriebene Bericht hält fest, dass für den Parameter Sulfat die Einleitungen des aktiven Bergbaus ca. 65% betragen (Seite 1, vierter Absatz) und erfolgreiche Maßnahmen zur großflächigen Rückhaltung/Entfernung von Sulfat bisher nicht existieren. (Seite 2, erste Zeile). In den vergangenen 12 Monaten haben drei sogenannte „Sulfatgespräche der Staatssekretäre“ unter Beteiligung von Behörden, Vattenfall, LMBV und Berliner Wasserbetriebe stattgefunden, da durch die steigenden Sulfatkonzentrationen in der Spree „eine Gefährdung der Berliner Trinkwasserversorgung“ bestehe (Seite 3, erster Absatz).

Die Brandenburger Grüne Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock erklärt dazu:

„Die Berliner und Brandenburger Landesregierungen stellen fest, dass der aktive Tagebau zu zwei Drittel verantwortlich für die hohe Sulfatbelastung in der Spree ist. Ich fordere daher die Brandenburgische Landesregierung erneut auf, die Pläne für neue Tagebaue, die die Problematik weiter verschärfen würden, endlich ad acta zu legen.

Eine Sulfatkonzentration von über 250mg/l hat nicht nur Folgen für die Gewässerökologie, sondern auch für die Trinkwasseraufbereitung in den Wasserwerken Briesen und Berlin Friedrichshagen.

Für mich folgt zudem daraus, dass Vattenfall (zukünftig EPH) auch zu zwei Dritteln beteiligt sein muss an den Kosten für die sulfatmindernden Maßnahmen der Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Briesen. Trotz jahrelangen Bemühens gelingt es bisher nicht, die steigenden Sulfatkonzentrationen in der Spree dauerhaft und erfolgreich zu mindern. Ich halte es daher für absolut unverantwortlich, dass die Brandenburger Landesregierung so blind an der Kohle festhält.“

Hintergrundinfo:

Der Bericht verweist auch auf das im Frühjahr 2016 beauftragte und Anfang 2017 erwartete Prognosemodell für die Sulfatentwicklung in der Spree. „Zwischenberichte sind durch den Auftragnehmer zum 19.08.2016 und 18.11.2016 vorzulegen.“ (Seite 4, erste Zeile).

Das im Mai 2016 vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) veröffentlichte Dossier weist Folgen der hohen Sulfatbelastung auf die Gewässerökologie in der Spree nach: https://idw-online.de/de/news651355

Die aktuellen Sulfatwerte am Wasserwerk Briesen liegen bei 250 – 340 mg/l im Rohwasser und bei 200 – 238 mg/l im Trinkwasser. Der Grenzwert laut Trinkwasserverordnung ist 250mg/l. Die geplanten sulfatmindernden Maßnahmen sind bisher an Finanzierungsfragen gescheitert.

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