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Brandenburg Samstag, 13 August 2016 22:22 |  von (4)

Gleiches Recht für alle – wann dürfen Unternehmen einen Bewerber bevorzugen?

Gleiches Recht für alle – wann dürfen Unternehmen einen Bewerber bevorzugen?

Das Gleichbehandlungsgesetz gilt für beide Geschlechter. Anders als häufig angenommen profitieren davon sowohl Frauen als auch Männer – das zeigte laut Zeit Online zuletzt ein Fall aus der Medienwirtschaft. Ein großes Unternehmen erteilte einer gut ausgebildeten Frau eine Absage und stellte stattdessen einen wesentlich älteren Mann ein. Als Grund dafür gab das Unternehmen an, sich für mehr Vielfalt unter den Angestellten zu bemühen. Was auf den ersten Blick eher ungewöhnlich erscheint, ist jedoch kein Fall von Geschlechterdiskriminierung. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen massiv für Gleichberechtigung eingesetzt, was dafür gesorgt hat das nun ein Großteil der Belegschaft weiblich und Mitte 30 ist. Zu viele Mitarbeiter befänden sich nach Aussage des Medienunternehmens in einer ähnlichen Lebenssituation, weshalb die Einstellung eines älteren, männlichen Kollegen durchaus für Vielfalt sorgt.

Eine Frage des Rechts

Der Fall ist ungewöhnlich, aber nicht gesetzeswidrig. Schließlich soll das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) die Gleichbehandlung von Angestellten sicherstellen – ungeachtet des Geschlechts. Anders wäre es, wenn ein Bewerber aus rassistischen Gründen oder trotz einer besseren Qualifikation abgelehnt worden wäre. Denn wer aufgrund solcher Gründe eine Absage erhält, hat laut FragRobin das Recht eine Abfindung einzuklagen und sich damit gegen solche Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen. Dabei zeigt das AGG allerdings eine gravierende Schwäche, denn der Bewerber / die Bewerberin muss die Ungerechtigkeit beweisen können. Das kann er oder sie nur über Indizien und Zeugenaussagen – was nach Einschätzung von N24 nur in sehr wenigen Fällen überhaupt möglich ist. Schließlich ist man im Bewerbungsgespräch häufig mit dem zukünftigen Chef alleine, Zeugen gibt es daher meist keine. Hier muss der Gesetzgeber nachbessern.

Die Ausnahmen

Einschränkungen bei der Bewerberwahl sind nur in bestimmten Fällen erlaubt. So ist es beispielsweise zulässig, wenn ein Frauen- oder Männerhaus einen Angestellten mit dem entsprechenden Geschlecht sucht. Solche Stellenangebote sind von der Gleichstellung der Geschlechter freigestellt. Zulässig sind auch Einschränkungen durch die gesetzliche Frauenquote, die sicherstellen soll, dass 30 Prozent des Managements aus weiblichen Mitarbeitern besteht. In solchen Fällen können Firmen weibliche Bewerber bevorzugt behandeln – darüber hinaus sind Bevorzugungen jedweder Art grundsätzlich verboten. 

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