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Brandenburg Mittwoch, 06 Juli 2016 21:38 |  von (4)

So schadet Rauchen der Zahngesundheit

So schadet Rauchen der Zahngesundheit

Die gravierenden gesundheitlichen Folgen des Rauchens für die Lungen und Atemwege sind den meisten bekannt. Geht es um die Zahngesundheit gehen jedoch immer noch viele davon aus, dass die Auswirkungen eher kosmetischer Natur sind. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen allerdings, dass Rauchen gerade Zähne und Zahnfleisch deutlich erheblicher schädigen kann - bis hin zum frühzeitigen Zahnverlust.

Erhöhtes Parodontitis-Risiko

Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) hat im Rahmen einer Langzeitstudie mehr als 23.000 Raucher bezüglich möglicher Zahnschäden untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko an Parodontitis zu erkranken, bei Rauchern 2,5-mal bis 3,6-mal höher ist als bei Nichtrauchern.

Die Parodontitis ist eine bakteriell bedingte, entzündliche Erkrankung, die sich in einer weitgehend unumkehrbaren Zerstörung des Zahnhalteapparates äußert und dadurch letztlich den Verlust von Zähnen zur Folge haben kann. Wie die Studie zeigte, treten Entzündungen des Zahnfleisches bei Rauchern häufiger auf als bei Nichtrauchern.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass bei jüngeren Studienteilnehmern eine noch höhere Wahrscheinlichkeit von Zahnverlusten festzustellen war als bei älteren. Neben dem Lebensalter hatte auch die Menge der gerauchten Zigaretten einen signifikanten Einfluss. Bei starken Rauchern mit einem Tabakkonsum von mehr als 15 Zigaretten pro Tag war das Zahnausfall-Risiko deutlich erhöht.

Die DIfE empfiehlt deshalb, spätestens beim Auftreten erster Entzündungen des Zahnfleisches das Rauchen aufzugeben oder wenigstens stark zu reduzieren. Sie gehen davon aus, dass sich dadurch die Zahl der an Parodontitis leidenden Personen in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren, von denen in Deutschland zurzeit mehr als ein Fünftel von dieser Krankheit betroffen sind, deutlich verringern ließe.

Mundgeruch und Zahnverfärbungen

Neben dem Risiko, an Parodontitis zu erkranken und dem frühzeitigen Zahnverlust, machen sich bei Rauchern in der Mundhöhle auch andere unangenehme Folgen bemerkbar. Zum einen verfärben sich die Zähne von Rauchern oftmals gelblich oder bräunlich, weil es zu Teerablagerungen kommt. Zum anderen tritt auch ein unangenehmer Mundgeruch, medizinisch als Halitosis bezeichnet, bei Rauchern häufiger als bei Nichtrauchern auf. Dies ist nicht allein auf Tabak- und Rauchgeruch zurückzuführen, sondern auch auf vermehrte rauchbedingte Zahnentzündungen zurückzuführen.

Krebserkrankungen in Mundhöhle und Rachen

Im Vergleich zu Nichtrauchern ist die Gefahr, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, bei Rauchern sechsmal höher. Der Grund dafür sind oxidative Schäden, die durch den Tabakkonsum an der DNA ausgelöst werden können. Dies gilt übrigens nicht nur für das Rauchen, sondern auch für den regelmäßigen Genuss von Kautabak.

Bösartige Tumoren in der Mundhöhle werden als Mundhöhlenkrebs bezeichnet. Sie können sich an der Mundschleimhaut an unterschiedlichen Stellen manifestieren:

  • an den Lippen

  • am Gaumen

  • am Zahnfleisch

  • an der Wangenschleimhaut

  • am Mundboden

  • an der Zunge

Auch im Rachenraum können bösartige Tumoren auftreten. Karzinome der Mundhöhle sowie Rachen- und Kehlkopfkrebs zählen zu den Kopf-Hals-Karzinomen, die weltweit unter den zehn am häufigsten auftretenden Krebsarten rangieren und dort einen Anteil von etwa 30 Prozent ausmachen. Als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs gilt das Rauchen, wobei sich das Risiko bei gleichzeitigem häufigem Alkoholgenuss noch zusätzlich erhöht.

Korrekte Mundhygiene

Aufgrund der vermehrten Belastung für die Zahngesundheit durch Zigarettenkonsum müssen Raucher besonderen Wert auf eine gründliche Mundhygiene legen. Neben dem sorgfältigen Putzen der Zähne sind dabei regelmäßige antibakterielle Mundspülungen eine wichtige Maßnahme, um dem Wachstum von Bakterien in der Mundhöhle sowie unangenehmem Mundgeruch entgegenzuwirken. Zudem sind regelmäßige zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen für Raucher besonders wichtig, um nicht nur Zahnprobleme, sondern auch eventuelle Anzeichen für Krebserkrankungen in der Mundhöhle möglichst frühzeitig erkennen zu können.

Aufhören lohnt sich

Neben den erheblichen gesundheitlichen Risiken für Zähne, Mundhöhle und Rachen besteht auch für andere Körperbereiche Gefahr. Die Erbsubstanz und das Herz-Kreislauf-System können ebenso Schäden davontragen wie die Atemwege. Ein erhöhtes Krebsrisiko besteht nicht nur bezüglich Lungen- und Mundhöhlenkrebs, sondern auch eine Reihe anderer Krebsarten, wie Blasen- oder Nierenkrebs.

Quellen: 1A Verbraucher Magazin, ergodirekt, Netdoktor, euroClinix

Bildquelle: Vladimir Gjorgiev (shutterstock.com)

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