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Brandenburg Donnerstag, 30 Juni 2016 23:09 |  von (4)

Immobilienkauf: ohne Eigenkapital zum Traumobjekt?

Immobilienkauf: ohne Eigenkapital zum Traumobjekt?

Wieso Mieter sein, wenn man genauso gut auch ein Vermieter sein könnte? Für den Kauf einer Immobilie könnte es kaum eine bessere Zeit geben als jetzt. Die Kreditzinsen befinden sich nach wie vor auf einem rekordverdächtigen Tiefstand – was die Finanzierung deutlich leichter macht als noch vor einigen Jahren. Und wer schon immer von einem Häuschen im Grünen in der benachbarten Schweiz geträumt hat, kann im Hinblick auf die Finanzierung sogar ein richtiges Schnäppchen machen. Wer sich allerdings ohne ausreichend Eigenkapital zu einem Immobilienkauf verleiten lässt, sollte sich auch über die Nachteile einer solchen Finanzierung im Klaren sein.

Benachbarte Schweiz – Vorreiter in Sachen niedrige Finanzierungszinsen

Ein kleines Häuschen im Grünen, ein großer Garten mit dazu und das günstiger als man sich jemals hätte vorstellen können. Die derzeit niedrigen Finanzierungszinsen lassen diesen Traum für viele Menschen wahrwerden. Insbesondere ein Immobilienkauf in der benachbarten Schweiz lohnt sich im Hinblick auf eine günstige Finanzierung derzeit mehr denn je. Nirgendwo anders auf der Welt sind die Hypotheken so günstig wie in der Schweiz. Bereits seit Anfang des Jahres sind die durchschnittlichen Zinsen auf einem absoluten Rekord-Tiefstand – und das bei fast allen Laufzeiten. Insbesondere bei langen Laufzeiten kommen Kreditnehmer günstig weg wie nie zuvor. Vergleichbar niedrige Zinsen gab es im Nachbarland bisher nur einmal zuvor in der Geschichte. Wer also schon immer den Traum von den eigenen vier Wänden in der grünen Schweiz hatte, könnte diesen derzeit zu rekordverdächtigen Niedrigzinsen wahrmachen. Einfach die monatlichen Kosten, Belehnung und Tragbarkeit mithilfe eines Hypothekenrechners online ausrechnen lassen, Finanzierung beantragen und schon steht dem Kauf der Traumimmobilie nichts mehr im Weg. Doch genau hier ergibt sich für viele Käufer ein nicht unbedeutendes Problem – egal ob es nun um eine Immobilie in der Schweiz oder in Deutschland geht.

Vollfinanzierung – hier zahlt man trotz Niedrigzinsen drauf

Die niedrigen Zinsen wirken derzeit so verlockend, dass manch einer sogar trotz wenig Eigenkapital bereit ist, eine hohe Hypothek aufzunehmen. Dabei wird häufig vergessen, dass bei einer Vollfinanzierung – bei der nur die Nebenkosten mit dem Eigenkapital gedeckt werden – die Monatsrate um rund 30 bis 50 Prozent höher ist als bei einer 80-Prozent-Finanzierung. Sollte die Immobilie nach einigen Jahren auch noch verkauft werden müssen, ist die Gefahr groß, dass der Erlös nicht zur Deckung der bestehenden Schulden ausreicht – insbesondere weil bei einer vorzeitigen Kreditrückzahlung eine hohe Entschädigung an die Bank fällig wird. Experten von Finanztest raten daher nur dann eine Vollfinanzierung in Anspruch zu nehmen, wenn das monatliche Einkommen tatsächlich gesichert ist – so wie bei Beamten. Mindestens die Notarkosten, Maklercourtage und die Grunderwerbssteuer sollten mit eigenen Mitteln finanziert werden. Denn auch die rekordverdächtigen Niedrigzinsen können kaum etwas daran ändern, dass die Finanzierung einer Immobilie ohne ausreichendes Eigenkapital ein nicht ganz risikofreies Unterfangen ist. 

Bildrechte: Flickr Blick auf Luzern Niels Heidenreich CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten 

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