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Brandenburg Dienstag, 14 Juni 2016 23:59 |  von (4)

Videospiele in unserer Gesellschaft – weniger schlimm als oft angenommen

Videospiele in unserer Gesellschaft – weniger schlimm als oft angenommen

Videospiele haben keinen guten Ruf – so sollen sie zum Beispiel Gewalt fördern und den Gamer abstumpfen. Eine gemeinsame Studie der Columbia und Paris Descartes University widerspricht diesen Vorurteilen allerdings und zeigt stattdessen einige positive Effekte der Videospiele auf. Kinder, die pro Woche mehr als fünf Stunden vor der Konsole verbringen, verfügen demnach über besser ausgebildete kognitive Fähigkeiten als Gleichaltrige, die keine Spiele konsumieren. Zudem zeigte sich, dass sie sich auf die Bildungslaufbahn auswirken, denn Gamer haben im Schnitt eine 1,88 Mal höhere Chance auf eine akademische Laufbahn. Ebenfalls konnten die Forscher beider Universitäten nachweisen, dass Videospiele die Sozialkompetenz erhöhen, wodurch Kinder die Videospiele nutzen weniger Probleme mit ihren Klassenkameraden haben. Die Datengrundlage für diese Studie ziehen die Forscher aus Befragungen von insgesamt 3.000 Kindern im Alter zwischen sechs und elf Jahren aus dem Jahr 2010. Dabei wurden sowohl Gamer, als auch Nicht-Gamer befragt und deren Aussagen mit den Einschätzungen ihrer Eltern und Lehrer verglichen.

Bereicherung Gaming

Kinder und Jugendliche, die gelegentlich auf Portalen wie ProSiebenGames Spiele wie "Planetside 2", "Naruto Online" oder "Echo of Soul" daddeln, sind daher nicht grundsätzlich gefährdet. Stattdessen werden Sozialfähigkeiten und Kognition der Spieler über die spielinterne Interaktion und strategische Komponenten geschult. Der deutsche Diplompsychologe und Psychotherapeut Georg Milzner sieht in Videospielen ebenfalls großes pädagogisches Potential. Milzner meint sogar, dass sie Kindern helfen, in der Welt von morgen zurechtzukommen – allerdings nur, wenn ein paar grundlegende Dinge eingehalten werden. So empfiehlt er beispielsweise, dass Eltern mit ihren Kindern zusammen die Welt der Videospiele erkunden. Auf diese Weise erhalten Eltern einen besseren Einblick und können bestimmte Thematiken der Spiele erklären. Schädlich seien Videospiele nur, wenn sie den gesamten Tag des Kindes einnehmen und neben der digitalen Welt keinerlei soziale Kontakte gepflegt werden: "Solange das Leben reichhaltig bleibt, machen Computer weder dumm noch krank".

Fast jede Altersgruppe spielt

Computer- und Videospiele sind allerdings längst kein Jugendphänomen mehr. Mittlerweile spielen rund 30 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig mit ihren PCs, Konsolen oder Smartphones. Dabei sind Altersgrenzen kaum noch von Bedeutung: bei den 30- bis 49-Jährigen ist mehr als jeder zweite ein Gamer – unter den 50- bis 64-Jährigen ist es noch jeder vierte. Zwar ist die Verbreitung unter den 14- bis 29-Jährigen mit 81 Prozent noch deutlich höher, allerdings holt die ältere Generation zunehmend auf.  

Bildrechte: Flickr Finally gave in to PS4 Leon Terra CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten 

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