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Brandenburg Mittwoch, 08 Juni 2016 14:00 |  von Redaktion

Pflegeoffensive Brandenburg

Pflegeoffensive Brandenburg Pixabay CC0 gemeinfrei

50.000 Euro für Projektideen, die das Älterwerden im vertrauten Wohnumfeld unterstützen

Schon mit kleinen Maßnahmen kann die soziale Infrastruktur in einem Ort so verbessert werden, dass ältere Menschen länger im eigenen und vertrauten Wohnumfeld leben können. Das können zum Beispiel zusätzliche Sitzgelegenheiten auf dem Weg zum Supermarkt, Treffpunkte verschiedener Generationen, Nachbarschaftshilfen oder alltagsunterstützende Angebote wie Fahrten zur Arztpraxis sein. Im Rahmen der Pflegeoffensive Brandenburg unterstützt die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ in diesem Jahr solche Projektideen mit insgesamt 50.000 Euro. Unter dem Motto „Gut Älterwerden im vertrauten Wohnumfeld“ sollen damit möglichst viele Kleinprojekte und Maßnahmen unterstützt werden.

Um die Förderung können sich Initiativen und Vereine sowie alle Akteurinnen und Akteure, die im Bereich der alternsgerechten Gestaltung von Stadtteilen und Dörfern aktiv sind, bewerben. Die Antragsunterlagen sind im Internet unter www.gesundheitbb.de eingestellt. Bewerbungen können ab sofort bei der „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ eingereicht werden. Geförderte Beiträge werden von Sozialministerin Diana Golze im Rahmen eines Fachtages am 23. November 2016 in Potsdam vorgestellt.

Sozialministerin Diana Golze erklärt dazu: „Die meisten Menschen möchten im eigenen Zuhause und im vertrauten Wohnumfeld alt werden. Mit zunehmendem Alter und abnehmender Mobilität stellen sich aber Fragen: Wer hilft mir, wenn ich nicht mehr alleine einkaufen gehen kann? Wie erreiche ich die nächste Arztpraxis? Solche Fragen können am besten vor Ort gelöst werden. Dafür brauchen wir kleine, dezentrale Lösungen – passgenau und flexibel, denn das Leben der Menschen spielt sich vor allem in den Kommunen ab. Mit der neuen Förderung wollen wir Ideen unterstützen, die für konkrete Bedarfe in Dörfern und Stadtteilen praxisnahe Lösungen entwickeln. Damit wollen wir gleichzeitig gute Beispiele landesweit bekannt machen und zum Nachahmen anregen.“

Anja Ludwig, Projektleiterin der „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“, betont: „Die Pflege der Zukunft ist eine Pflege im Quartier. Neben unterstützenden Wohnformen und niedrigschwelligen Hilfsangeboten spielt hier vor allem die Quartiersentwicklung eine entscheidende Rolle. Also, wie die Vernetzung von Angeboten im Wohnumfeld gestaltet werden kann, damit auch ältere Menschen so lange wie möglich in einem Dorf oder in einem Stadtteil selbstständig leben können. Hier setzen wir mit der Förderung an. Der Förderaufruf soll ein Anreiz für all jene sein, die sich dem Ausbau der sozialen Infrastruktur im Wohnumfeld widmen und die hierdurch das Leben und Wohnen im Alter in den Dörfern und Städten Brandenburgs mitgestalten. Durch den Förderaufruf sollen bewusst auch kleine Initiativen ermuntert und gefördert werden, die gute Ideen haben, denen aber oft die notwenigen finanziellen Mitteln zur Umsetzung fehlen. Die Unterstützung solcher Strukturen ist ein wichtiger Baustein der Brandenburger Pflegeoffensive.“

Förderfähig sind zum Beispiel Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität älterer Menschen im Quartier sowie der Nahversorgungssituation, Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten im Quartier und Stärkung sozialer Netze sowie die Initiierung mobiler Alltagshilfen. Bei der Finanzierung sollen nach Möglichkeit auch eigene Mittel eingebracht werden. Fördermittel können ab einer Summe von 500 Euro beantragt werden. Voraussetzung ist, dass das Projekt bis zum 31. Dezember 2016 abgeschlossen ist.

 

 

Das Modellprojekt „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier im Land Brandenburg“ ist die größte Maßnahme im Rahmen der Brandenburger Pflegeoffensive. Es startete am 1. Oktober 2015 und wird in Zusammenarbeit von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V., der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. Selbsthilfe Demenz und dem Berliner Institut für Gerontologische Forschung e.V. umgesetzt. Finanziert wird es aus  Mitteln des Landes und der Pflegeversicherung.

Die „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ soll dazu beitragen, die Landkreise und kreisfreie Städte, Initiativen und Akteure vor Ort bei der Entwicklung und Realisierung einer regionalspezifischen Infrastruktur für ein selbstbestimmtes und teilhabeorientiertes Leben im Alter zu unterstützen. Die Handlungsfelder sind „Neue Wohnformen“, „Alltagsunterstützende Angebote“, „Kommunale Altenhilfe- und Pflegeplanung“ sowie „Alternsgerechte Quartiersentwicklung“. Die Fachstelle bietet unter anderem Beratung und Bestandsanalysen, informiert über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und fördert den Erfahrungsaustausch zu guten Praxis-Beispielen.

Die Pflege der Zukunft ist angesichts des demografischen Wandels und der alternden Gesellschaft eine der größten sozialpolitischen Herausforderungen. Die rot-rote Landesregierung will mit einer Pflegeoffensive einen Beitrag dazu leisten, die künftige Pflegeversorgung in Brandenburg zu sichern und die Politik des aktiven und gesunden Alterns fortzusetzen.

 

 

 

 

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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