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Brandenburg Dienstag, 31 Mai 2016 16:30 |  von Redaktion

Arbeitsministerin Golze: Arbeitgeber müssen Alleinerziehenden mehr zutrauen

Arbeitsministerin Golze: Arbeitgeber müssen Alleinerziehenden mehr zutrauen Foto: BILDHAUS Karoline Wolf

Der Brandenburger Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv: Im Mai betrug die Arbeitslosenquote 8,0 Prozent, das sind 0,2 Punkte weniger als im April und 0,5 Punkte weniger als im Vorjahr. 104.921 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Arbeitsministerin Diana Golze sagte heute in Potsdam: „Das ist die niedrigste Zahl von Arbeitslosen in Brandenburg seit 1991. Die Arbeitskräftenachfrage ist weiter auf hohem Niveau. In manchen Bereichen gelingt es Betrieben kaum, freie Stellen zu besetzen. Aber nicht alle erwerbslosen Menschen können von dieser guten Entwicklung profitieren. Besonders Alleinerziehenden fällt es nach wie vor sehr schwer, trotz guter Ausbildung eine ordentliche Arbeit zu finden. Hier sind Arbeitgeber gefordert, ihre Vorbehalte gegenüber Alleinerziehenden abzubauen und sich für mehr Familienfreundlichkeit in Brandenburgs Betrieben stark machen. Von den daraus erwachsenden Vorteilen profitieren am Ende alle: Alleinerziehende, pflegende Angehörige sowie die Betriebe.“

Golze sagte weiter: „Alleinerziehende haben es bei der Jobsuche immer noch schwerer als Eltern aus Paarfamilien oder Frauen und Männer ohne Betreuungsaufgaben, weil Arbeitgeber befürchten, sie seien unflexibel, zeitlich nur eingeschränkt verfügbar und fallen vergleichsweise häufiger aus. Hierdurch werden große Chancen vertan. Es gibt gute Gründe, auf Alleinerziehende zu setzen. Viele sind gut qualifiziert und damit eine große Bereicherung für jede Belegschaft. Wie alle anderen Eltern sind Alleinerziehende es gewohnt, tagtäglich viele verschiedene Aufgaben oft mit wenig Zeit zu bewältigen. Sie zeichnen sich mit hoher Organisationsfähigkeit und ausgeprägtem Verantwortungsgefühl aus. Ein Teil der Arbeitgeber hat dies bereits erkannt und setzt zunehmend auf mehr Familienfreundlichkeit in ihren Betrieben. Das Zusammenwirken guter Infrastruktur von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen mit familienbewusster Personalpolitik in unseren Unternehmen hilft nicht nur den Familien und besonders den Alleinerziehenden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Beratende Unterstützung bekommen die Betriebe zum Beispiel durch die Servicestelle Arbeitswelt und Elternzeit, die Unternehmen und (werdende) Eltern zu den Themen Mutterschutz, Elternzeit und Rückkehr an den Arbeitsplatz berät. In Zeiten zunehmenden Fachkräftebedarfs können Betriebe es sich noch weniger leisten, diese Potentiale brach liegen zu lassen. Hier muss ein Umdenken stattfinden.“

In Brandenburg sind rund 9.900 Alleinerziehende arbeitslos. Davon sind 91 Prozent Frauen. Der Großteil ist gut qualifiziert: fast 60 Prozent der arbeitslosen Alleinerziehenden hat eine berufliche oder akademische Ausbildung abgeschlossen.

Das Brandenburger Arbeitsministerium unterstützt alleinerziehende Arbeitslose unter anderem mit dem Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften in Brandenburg“. Langzeitarbeitslose sowie Alleinerziehende und Personen aus Paar-Bedarfsgemeinschaften, die nicht erwerbstätig sind, werden mithilfe von Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern sowie individuell passenden Unterstützungsangeboten Schritt für Schritt wieder an Erwerbsarbeit herangeführt. Dabei wird insbesondere auch auf die Situation der Kinder in den betreffenden Familien geachtet. Die individuelle Förderung kann bis zu zwei Jahre dauern. Für das Förderprogramm stehen bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2016 in Brandenburg 104.921 Menschen arbeitslos, davon 46.176 Frauen (44,0 Prozent). Das sind 4.068 Personen weniger als im April 2016 und 8.000 weniger als im Mai 2015. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der jungen Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren um 0,3 Prozent auf 6.549 gesunken. Die Zahl der älteren Arbeitslosen im Alter von 50 Jahren und älter ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 42.253 und die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen um 7,0 Prozent auf 5.608 gesunken.

Im März 2016 hatten 807.300 Brandenburgerinnen und Brandenburger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 14.000 Personen mehr als vor einem Jahr.

 

 

 

 

Foto:    BILDHAUS Karoline Wolf
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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