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Brandenburg Montag, 30 Mai 2016 20:00 |  von Redaktion

Weltnichtrauchertag

Weltnichtrauchertag Foto: BILDHAUS Karoline Wolf

Gesundheitsministerin Golze fordert vollständiges Verbot für Tabakwerbung


Vor dem morgigen Weltnichtrauchertag betont Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze die Notwendigkeit von drastischen Maßnahmen gegen Tabakwaren:

Diana Golze jpg 161 F BILDHAUS. Karoline Wolf„Die Schockbilder auf Zigarettenpackungen sind ein richtiger Schritt zur Tabakregulierung. Warnbilder helfen, den Raucheranteil in der Bevölkerung zu senken. Angesichts von über 120.000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben, reicht das aber bei weitem nicht aus. Notwendig ist auch, dass Tabakwerbung verboten wird. Es ist absolut unverständlich, dass die Bundesregierung Tabakwerbung noch bis zum Jahr 2020 erlauben will. Besonders Kinder und Jugendliche werden durch Tabakwerbung angesprochen und zum Rauchen verführt. Das muss gestoppt werden.“

Der Weltnichtrauchertag wurde am 31. Mai 1987 von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufen. Seitdem wird der letzte Tag im Mai jedes Jahr weltweit genutzt, um verstärkt auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Das diesjährige von der Deutschen Krebshilfe und dem Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. ausgegebene Motto in Deutschland lautet „Kein Platz für giftige Botschaften. Stoppt Tabakwerbung jetzt!“.

Golze betonte: „Zigaretten sind ein absolut gefährliches Produkt. Tabakrauch enthält viele giftige und krebserregende Stoffe, die über die Lunge in den Körper aufgenommen werden und mit dem Blutkreislauf alle Organe erreichen. Dafür darf man keine Werbung machen. Der Schutz der Menschen vor den nachgewiesenen Gesundheitsrisiken muss endlich über die Interessen der Tabakindustrie gestellt werden!“

Am 20. Mai 2016 trat das neue Tabakerzeugnisgesetz in Kraft, mit dem Deutschland die Tabakprodukte-Richtlinie der EU umsetzt. Danach müssen Schockbilder zusammen mit Warnungen wie „Rauchen ist tödlich“ mindestens zwei Drittel der Vorder- und Rückseite der Packungen einnehmen.

Tabakkonsum gilt als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe (www.krebshilfe.de) führt Rauchen in Deutschland jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Etwa 120.000 Menschen sterben vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) ist die Zahl der rauchenden Jugendlichen deutlich gesunken. Rauchten im Jahr 2001 noch knapp 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Zigaretten, waren es im Jahr 2014 nur noch knapp 10 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen in dieser Altersgruppe, die noch nie in ihrem Leben geraucht haben, stieg im gleichen Zeitraum von rund 41 Prozent auf über 75 Prozent an.

Golze sagte: „Diese Entwicklung ist erfreulich und zeigt, dass Präventionskampagnen wie ‚rauchfrei‘ sowie Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen erfolgreich sind.“

Die häufigste von Rauchen verursachte Krebserkrankung ist Lungenkrebs. In Brandenburg erkrankten daran im Jahr 2013 rund 1.270 Männer und 570 Frauen. Das entspricht 14 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Männern und 8 Prozent bei Frauen.

Lungenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit einer schlechten Prognose. Die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose überleben nur 17 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen. An Lungenkrebs starben 2013 rund 1.130 Brandenburger und 450 Brandenburgerinnen. Mit 26 Prozent aller Krebstodesfälle bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste krebsbedingte Todesursache, bei Frauen mit 14 Prozent nach Brustkrebs die zweithäufigste.

Neben Lungenkrebs erhöht sich durch Tabakkonsum auch das Risiko für Krebserkrankungen des Mund- und Rachenraums, des Darms, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, der Niere und der Harnblase. Rauchen ist zudem ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

 

 

Foto:    BILDHAUS Karoline Wolf
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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