Sonntag, 25.06.2017
*

Bedeckt

17 °C
Ost 1 km/h

Jetzt aktiv Mitmachen!

Brandenburg Samstag, 28 Mai 2016 21:56 |  von (4)

Wie das Online-Kaufverhalten unseren Bierkonsum verändert

Wie das Online-Kaufverhalten unseren Bierkonsum verändert CC0 Public Domain

Textilien- und Bücherbestellungen sind im Online-Shopping der Deutschen fest verankert, Unternehmen wie Zalando und Thalia haben sich längst als gängige Schlagwörter etabliert. Das Segment Lebensmittel, also die E-Food-Branche, holt langsam aber sicher auf: In den nächsten Jahren - so prognostizieren Analysten - werden wir genauso viele Lebensmittel online bestellen wie wir im Supermarkt kaufen. Etablierte Ketten wie Edeka und Rewe bekommen starke Konkurrenz: Zwar sind sie neben ihren Supermärkten ebenfalls Online präsent, reine Onlineshops spezialisiert auf den E-Food-Bereich holen jedoch auf. Einige bieten vor allem ein breites Sortiment und eine große Auswahl an Getränken. Andere Unternehmen spezialisieren sich, sie stellen sich auf individuelle Kundenwünsche ein. Der Bierverkauf in Deutschland ist dafür ein aussagekräftiges Beispiel: Die Bezeichnung Craft Beer, also selbst gebrautes Bier, sorgt seit zwei Jahren in Großstadt-Bars und Cafés für Gesprächsstoff. Exotische Biere mit Fruchtgeschmack, Rauchbiere, Biere mit wenig Kalorien - die Nachfrage ist groß, spezielle Bier-Start-Ups sorgen online für das Angebot.

CarftBeerMarket bringt diese speziellen Biere zum Kunden: Ob der Berliner Biergenießer ein regionales Gebräu aus dem Münchner Umland verkosten will oder ein Pale Ale von der Küste Kaliforniens: In dem Online-Shop können querbeet Biere bestellt, in Probierboxen zusammengestellt und zu speziellen Mahlzeiten ausgewählt werden. CraftBeerMarket sucht dabei nach der Nische: Kleine Craft-Bierbrauer, die dem Biermarkt eine ganz eigene Note hinzufügen wollen sind hier vertreten. So zum Beispiel das Berliner Start-Up BRLO-Bier, auch das "unaussprechliche Bier" genannt. Ein herbes Premiumbier, das auf feinbitteren Geschmack setzt. Den Herstellern war wichtig, dass das Malz ausschließlich aus biologischem Anbau kommt. Für den natürlichen Geschmack. Und dass es nicht zu "jungsig" aussieht, also ein hübsches Etikett hat, das mit slawischen Buchstaben auftrumpft.

Die Online-Vermarktung macht die Bierproduktion für Jungbrauer erst rentabel: Im Mai letzten Jahres endete die Crowdfundingkampagne von Nixe-Bier erfolgreich. Das Low Carb Bier mit 75% weniger Kohlenhydraten und damit 30% weniger Kalorien als das herkömmliche Bier konnte dank Unterstützung der neugierigen Bier-Community in die Herstellung gehen. Vor den Zeiten des E-Commerces wäre es schwer vorstellbar gewesen, dass ein kalorienarmes Bier mit Bio Rübenzucker und gepresstem Zitronensaft in der urigen Bierkneipe bestellt werden kann - heute expandieren solche Unternehmen. Allein im Raum Berlin-Brandenburg existieren aktuell über 60 Brauereien - das sind doppelt so viele wie im Jahr 2000.

Der Individualisierungstrend nimmt weitere Ausmaße an: Anfang Mai erreichte der Bier-Vollautomat Artbrew sein Crowdfundingziel von 700 000 Dollar und geht damit in Produktion. Um sein eigenes, spezielles Bier zu brauen muss der Nutzer nur Wasser, Hopfen, Malz und Gerste in den mikrowellengroßen Apparat füllen, innerhalb von ein bis drei Wochen braut das Gerät von Comingsoon Tech das gewünschte Bier selbst.

Foto: CC0 Public Domain

 

Bewertung:
(0 Stimmen)

Kommentare

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten