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Brandenburg Freitag, 13 Mai 2016 22:13 |  von (4)

Stromversorgung in Deutschland – wie sicher ist sie?

Stromversorgung in Deutschland – wie sicher ist sie?

In Deutschland gilt das Risiko für großflächige Stromausfälle als gering. Experten warnen jedoch vor der zunehmenden Gefahr von Blackouts. Nach Angaben der Bundesnetzagentur zeichnet sich die Stromversorgung in Deutschland durch eine sehr hohe Zuverlässigkeit aus.

Wie wahrscheinlich sind Blackouts in Deutschland?

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit einem SAIDI-Wert von 15,31 (Stand 2011) als sehr zuverlässig. Er gibt die durchschnittliche Ausfalldauer beim Verbraucher an. Allerdings werden hier nur Stromausfälle registriert, die länger als drei Minuten dauern. Diese drei Minuten reichen bereits, um bei einem PC für einen Datenverlust durch ein unplanmäßiges Beenden zu sorgen. Abhilfe schafft eine USV-Anlage, wie beispielsweise von der NTC GmbH. Sie versorgt den PC über eine kurze Dauer mit Strom aus einem Akku und ermöglicht so ein normales Herunterfahren, wodurch die Daten geschützt sind.

Oftmals werden Versorgungsausfälle in Deutschland durch Bauarbeiten verursacht, bei denen versehentlich im Untergrund Leitungen getrennt werden. Bei den im Jahr 2011 gemeldeten 206.673 Unterbrechungen handelte es sich meistens um kurzzeitige Unterbrechungen. In Deutschland gab es den letzten großen Stromausfall im Juli 2011, als in Hannover nach Problemen in einem Kohlekraftwerk 600.000 Menschen zwei Stunden lang im Dunkeln saßen. Im Januar 2006 brach in weiten Teilen Westeuropas die Stromversorgung zusammen, weil eine Umleitung über die Ems aufgrund einer Schiffspassage abgestellt wurde, ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Die letzten größeren Stromausfälle ereigneten sich in Teilen Südwestniedersachsens sowie im Norden Nordrhein-Westfalens wegen heftigen Schneefällen, die zu Stromausfällen führten. Besonders betroffen war das westliche Münsterland, wo rund 250.000 Menschen bis zu drei Tage lang ohne Strom dasaßen. Im November 2006 kam es gegen 22:09 Uhr ebenfalls zu einem größeren Stromausfall, der Teile von Deutschland, aber auch Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Österreich betraf. Hier waren die Menschen bis zu zwei Stunden ohne Strom und Auslöser war die zeitweilige planmäßige Abschaltung einer Hochspannungsleitung, die von E.ON betrieben wurde.

Welche Anzeichen gibt es für eine zunehmende Gefahr?

Durch die Stilllegung von mehreren Atomkraftwerken in den vergangenen Jahren sind die Kraftwerkskapazitäten vor allem in Süddeutschland sehr knapp geworden. Aufgrund einer Gasknappheit mussten zwischen Dezember 2011 und April 2012 mehrere Kraftwerke aus Mangel an Brennstoff heruntergefahren werden. Dabei kam es in mindestens drei Fällen zu einer Gefährdung der Versorgungssicherheit. Nur durch Rückgriff auf Ressourcen aus Österreich konnten die Netzbetreiber die Situation teilweise im Griff bekommen. Allerdings berichtet die Bundesnetzagentur auch für die folgenden Winter von einer angespannten Versorgungslage überwiegend in Süddeutschland.

Denn es kommt erschwerend hinzu, dass nach und noch eine ganze Reihe an konventionellen Kraftwerken stillgelegt werden sollen. Die Folgen eines langfristigen und großräumigen Stromausfalls sind vor allem für die Telekommunikation und Informationstechnik dramatisch. Denn diese stellen teilweise sofort, spätestens nach einigen Tagen ihre Arbeit ein. Da auch die Zapfsäulen an Tankstellen mit Strom betrieben werden, könnte die Benzinversorgung ausfallen. Das bedeutet, dass Heizpumpen ebenfalls nicht mehr arbeiten. Ebenfalls gefährdet wäre die Trink- und Abwasserversorgung und vor allem in Altenheim wären schwere hygienische Belastungen zu erwarten. Krankenhäuser bekommen dann Probleme, wenn sie nicht über genügend Treibstoff für ihre Notstromaggregate verfügen.

Die Versorgung mit Lebensmittel ist nach einigen Tagen gefährdet, wenn Supermärkte und Läden nicht mehr beliefert werden können. Die Folge wären Plünderungen und das Zusammenbrechen der öffentlichen Ordnung. In den USA führten mehrtägige Stromausfälle bereits zu volkswirtschaftlichen Kosten im Bereich von mehreren Milliarden US-Dollar.

Bild 1: ©istock.com/shaunl Bild 2: ©istock.com/BanksPhotos  

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