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Brandenburg Sonntag, 01 Mai 2016 17:00 |  von Redaktion

Stärkere Anreize für Reduzierung fossiler Brennstoffe im Eigenheim

Stärkere Anreize für Reduzierung fossiler Brennstoffe im Eigenheim

Überschüssiger Öko-Strom soll sinnvoll verwendet werden

Resolution mit Forderungskatalog des VDGN, verabschiedet im Ergebnis der Konferenz „Intelligent heizen mit  überflüssigem Strom“ am 27. April 2016 in Berlin

Nach den am 27. April 2016 angekündigten Prämien für den Kauf von Elektroautos müssen auch für die Reduzierung fossiler Brennstoffe im Eigenheimbereich stärkere Anreize geschaffen werden. Der VDGN fordert deshalb, zügig die politischen Rahmenbedingungen für Umwandlung von preisgünstigem überschüssigem Öko-Strom in Wärme (Power to Heat) auch in Eigenheimen zu schaffen.

Eine entsprechende Resolution wurde im Ergebnis der vom VDGN organisierten Konferenz „Intelligent heizen mit überflüssigem Strom“ am 27. April 2016 in Berlin verabschiedet.

Referenten und Gäste der Veranstaltung waren der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Joachim Pfeiffer, der Abgeordnete der Französischen Nationalversammlung, Lionel Tardy, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe, Karl-Heinz Stawiarski und der Projektleiter des Instituts für Wärme und Oel, Simon Jastrzab.Z

um Ergebnis der Diskussion sagte VDGN-Präsident Peter Ohm: „Power to Heat ist zweifellos eine Schlüsseltechnologie für das Gelingen der Energiewende, weil damit Öko-Stromspitzen, die ansonsten vernichtet oder zum Schleuderpreis in das Ausland verkauft werden müssen, sinnvoll genutzt werden können. Es ist höchste Zeit, Power to Heat jetzt auch den Weg in die Eigenheime zu ebnen, denn die Technologie dafür ist, wie auf der Veranstaltung sehr deutlich wurde, bereits praxisreif. Mit Hilfe der Power-to-Heat-Technologie können Eigenheimbesitzer finanziell von der Energie- und Wärmewende profitieren und zugleich das Stromnetz stabilisieren.“Nach Ansicht des VDGN sind dafür jetzt insbesondere folgende in der Resolution fixierte Schritte notwendig:

1. Flexible Strompreise: Die Bundespolitik muss schnellstmöglich die Einführung flexibler und angebotsabhängiger Strompreise für Privatkunden ermöglichen, um auch für sie „Power to Heat“ auf der Basis der Freiwilligkeit attraktiv zu machen. So kann Strom auch im Eigenheimbereich vorrangig zu den Zeiten genutzt werden, in denen es ein großes Angebot an Erneuerbaren Energien gibt.

2.  Staatlich regulierte Abgaben und Entgelte reduzieren: Staatlich regulierte Abgaben und Entgelte, die einen Großteil des Strompreises ausmachen, müssen für ansonsten abgeregelten Strom abgeschafft bzw. in einem ersten Schritt zumindest deutlich reduziert werden.

3. Zugang zum Regelenergiemarkt: Der Zugang zum Regelenergie-Markt für Privatkunden ist zu erleichtern. Gegenwärtig gibt es dafür hohe Hürden. Dazu zählen lange Ausschreibungs- und Vorhaltezeiträume ebenso wie ein Präqualifizierungsverfahren, das für kleine Einheiten vergleichsweise hohe Kosten verursacht.

4. Technologiefreiheit: Hausbesitzer, die „Power to Heat“ nutzen wollen, sollten ohne Vorgaben entsprechend ihren örtlichen Gegebenheiten, individuellen Gebäuden und wirtschaftlichen Möglichkeiten selbst entscheiden können, welche Technologie sie anwenden, und entsprechend gefördert werden.

 

 

Hintergrund zur Nutzung von Power to Heat im Eigenheimbereich:

Mit Strom zu heizen, galt lange als Umweltsünde. Doch die Zeiten haben sich geändert. Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien wird es je nach Wetterlage immer häufiger und stärker zu Schwankungen bei der Stromerzeugung kommen. Überschüsse können zur Überlastung der Stromnetze führen. Deshalb wird bisher bei einem Überschuss abgeregelt. Windräder stehen still, obwohl eine frische Brise weht, und Ökostrom geht verloren.
Dort setzen nun neue Power-to-Heat-Anlagen an, die überflüssigen Strom in Wärme umwandeln. Ihre Betreiber bieten an, den kurzfristig anfallenden überflüssigen Strom zu übernehmen.
Handelt es sich dabei um Regelenergie, wird die Stromabnahme sogar finanziell vergütet.
Ein Lösungsansatz, der nicht nur für große Versorgungsunternehmen, sondern auch für Eigenheimbesitzer und Wohnungseigentümer interessant wird. Erste Modellanlagen laufen bereits erfolgreich und zeigen, dass mit der Nutzung von überschüssigem Strom Geld gespart und die Wärmewende vorangebracht werden kann. Entsprechende Projekte des Instituts für Wärme und Oel laufen derzeit in Einfamilienhäusern mit Hybridheizungen in Berlin-Spandau, Bastorf (Mecklenburg-Vorpommern) und Remscheid (Nordrhein-Westfalen).
Jetzt sind zwei größere Feldversuche unter anderem in Zusammenarbeit mit der ARGE Netz in Vorbereitung. Mit der Schaffung der Schnittstelle SG Ready hat auch die Wärmepumpenbranche bereits 2013 diese Zukunftsthematik aufgegriffen. Ein entsprechendes Label wird an Wärmepumpen-Baureihen verliehen, deren Regelungstechnik die Einbindung in intelligente Stromnetze ermöglicht.
Grundsätzlich erfordere die Energiewende mehr Stromeinsatz für Wärme und Verkehr, heißt es auch in einer aktuellen Metaanalyse von Prognos im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), vorgestellt am 21. April 2016.

 

 

Quelle: Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN)

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