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Brandenburg Sonntag, 17 April 2016 10:00 |  von Redaktion

Anti-Mobbing-Handreichungen für Brandenburger Schulen

Anti-Mobbing-Handreichungen für Brandenburger Schulen Pixabay CC0 gemeinfrei

Brandenburger Schulen engagieren sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung – seit heute stehen ihnen dafür neue Materialien zur Verfügung, die das Sozialministerium aus Lottomitteln gefördert hat. In sieben Handreichungen wird „Mobbing aufgrund der sexuellen Identität“ an Schulen thematisiert. Informiert wird über die Erscheinungsformen von Mobbing, mögliche Gegenstrategien, die Verantwortung jedes Einzelnen für sein Handeln sowie über weiterführende Kontaktadressen. Die Unterrichtsmaterialen sind  schulform- und zielgruppenspezifisch sowie in „leichter Sprache“ aufbereitet.

 

Sozialministerin Diana Golze: „Kein Mensch soll gemobbt werden. Nicht wegen seiner Herkunft, des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung oder der sexuellen Identität. Akzeptanz von gesellschaftlicher Vielfalt ist ein Grundpfeiler für das Zusammenleben der Menschen in den Städten und Gemeinden unseres Landes. Dafür gilt es immer wieder durch aktive Aufklärungsarbeit zu werben, denn oft sind es hartnäckige Klischees und Vorurteile, die einem toleranten Miteinander im Wege stehen. ‘Das sieht ja schwul aus‚ – ist ein Beispiel für einen abwertenden Kommentar, wie er auf manchem Schulhof zu hören ist. Die nun vorliegenden Handreichungen sollen dabei helfen, in den Schulen Toleranz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu fördern und so Mobbing den Boden zu entziehen.“

Bildungsminister Günter Baaske: „Mobbing geht gar nicht, Mobbing ist dumm und perfide. Niemand möchte Opfer von Mobbing werden, also sollte auch niemand andere mit Mobbing quälen. Mobbing-Täter stellen sich selbst ins Aus. Jeder, der Mobbing erlebt, und sei es als Außenstehender, sollte aktiv dagegen vorgehen. Dabei können die neuen Handreichungen Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Schülerinnen und Schüler unterstützen. Aber man muss auch immer nach den Ursachen fragen, weshalb jemand zum Mobbing-Täter wird. Sie brauchen Unterstützung, um heraus zu kommen.“

Mobbing ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und tritt in verschiedensten Alltagssituationen auf. Die Schule als Lernort macht hierbei keine Ausnahme, bietet zugleich aber die Chance, die heranwachsenden Schülerinnen und Schüler für einen wertschätzenden Umgang mit jeglicher Form von gesellschaftlicher Vielfalt zu sensibilisieren. Auch die sexuelle Identität gehört dazu.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) hat bereits für Berliner Schulen entsprechende Handreichungen erarbeitet, die nun in aktualisierter Form auch für Brandenburg zur Verfügung stehen. Dabei konnten die Inhalte des neuen, gemeinsamen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufe 1 bis 10 in Berlin und Brandenburg einbezogen werden. Das Thema „Sexuelle Vielfalt“ wird darin stärker als früher berücksichtigt und systematisch und fächerübergreifend verankert.

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg: „Homosexuelle und transgeschlechtliche Jugendliche sind häufiger von Mobbing betroffen als andere Jugendliche. Ein Klima der Offenheit entzieht dem Mobbing die Grundlage und eröffnet allen Schülerinnen und Schülern in der Klasse die Möglichkeit einer freien Entwicklung. Zugleich ist es wichtig, Vielfalt und Respekt bereits in der Grundschule zu vermitteln. “

Die Anti-Mobbing-Handreichungen richten sich an Grund- und weiterführende Schulen, an Schulleitungen, Lehrkräfte, sonstiges Schulpersonal sowie Schülerinnen und Schüler. Daneben ist eine Handreichung in „leichter Sprache“ verfügbar.

Die Schulen können die Materialien auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg abrufen:
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/themen/bildung-zur-akzeptanz-von-vielfalt-diversity/sexuelle-vielfalt/lehrkaefte/unterrichtsmaterial/

oder als Druckexemplare bei den Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA), Zum Jagenstein 1, 14478 Potsdam beziehen.

Die Aktualisierung der Anti-Mobbing-Handreichungen wurde vom MASGF aus Lottomitteln gefördert.

 

 

 

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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