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Brandenburg Dienstag, 12 April 2016 07:00 |  von Redaktion

Widerstand der Klimabewegung gegen Vattenfalls Braunkohlegeschäft mit tschechischem Investor EPH

Widerstand der Klimabewegung gegen Vattenfalls Braunkohlegeschäft mit tschechischem Investor EPH Foto: Ende Gelände

Tausende werden an Pfingsten zu einer Aktion zivilen Ungehorsams in der Lausitzer Braunkohleregion erwartet

Klimaaktivist*innen von Ende Gelände wehren sich entschieden gegen die Verkaufspläne für die Lausitzer Braunkohlesparte des Energiegiganten Vattenfall. Die Braunkohletagebaue und Kraftwerke sollen laut Reuters innerhalb der nächsten zehn Tage an den tschechischen Investor EPH verkauft werden. Tausende von Menschen wollen an Pfingsten in einer Aktion zivilen Ungehorsams in der Lausitz den Braunkohleabbau zum Stillstand bringen.

Mona Bricke von der Aktion Ende Gelände sagte: “Vattenfall hat seit Jahren Profite auf Kosten von Mensch und Natur gemacht. Jetzt darf sich der Konzern nicht aus der Affäre ziehen, sondern muss Verantwortung für seine Angestellten und die ökologischen Schäden in der Region übernehmen."

Mehr als 20 Busse sind bereits für die Aktion Ende Gelände gebucht. Bisher gibt es Busse aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Polen, Tschechien, Großbritannien und Schweden. "Jeder neuer Investor kauft den Widerstand der Klimabewegung mit ein", kommentiert Hannah Eichberger von Ende Gelände. "Ob Vattenfall oder EPH, wir lassen nicht locker, bis der letzte Tagebau geschlossen ist."

Die schwedische Klima-Aktivistin Annika betonte: “Die schwedische Regierung darf diesen Deal nicht absegnen. Schweden muss dafür Verantwortung übernehmen, dass die Kohle, die wir auf keinen Fall weiter verbrennen dürfen, im Boden bleibt. Vattenfall ist ein Staatskonzern und wir, die Menschen, die in diesem Staat leben, sollten hier mit entscheiden können. Deshalb werden wir im Mai in die Lausitz fahren, und mit dafür sorgen, dass die Kohle im Boden bleibt. Vattenfall und die schwedische Regierung weigern sich, verantwortlich zu handeln, deswegen übernehmen wir das”.

Die schwedische Regierung ordnete letztes Jahr an, dass der ihr unterstellte Konzern Vattenfall sich von seiner Braunkohlesparte trennen müsse. Seitdem versucht Vattenfall verzweifelt, Käufer für die Braunkohletagebaue und Kraftwerke zu finden. Die zähen Verkaufsverhandlungen zeigen deutlich, wie schlecht es ökonomisch um die Kohleindustrie bestellt ist.

Ende Gelände findet im Kontext einer globalen Aktionswelle unter dem Motto „Break Free from fossil fuels“ statt, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Macht der fossilen Industrie ins Wanken zu bringen. Tausende Menschen auf der ganzen Welt werden auf sechs Kontinenten zu Aktionen zusammen kommen. Große Aktionen sind in Nigeria, Brasilien, Indonesien, den USA, Deutschland, Großbritannien, den Philippinen, Australien, der Türkei, Südafrika, Kanada und Neuseeland geplant.

 

https://www.ende-gelaende.org/de/

 

 

 

Quelle & Foto: Aktion Ende Gelände

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Kommentare

  • von Jens Pittasch Freitag, 15.04.2016, 09:40

    Und das, was hier aufgegeben werden musste, zahlen wir dann mehrfach. Erst durch den Verlust, dann mit dem Strompreis und schließlich die Rekultivierung.
    Die Gewinne sind weg und die unter Vorbehalt gezahlten Steuern (längst verbaut in wohl defizitären Freizeithügeln und edlen Fußwegen) holt sich Vattenfall nun wieder.
    Dass sie das können, war ihnen auch schon zu Zeiten ihrer "Wohltaten" klar.
    Was bleibt, immerhin, sind einige Jahre guter Löhne für Beschäftigte und Mitarbeiter bei Zulieferern.

    Fotostrecke 2007:
    https://flic.kr/s/aHsiYTWTSe

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