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Brandenburg Mittwoch, 06 April 2016 22:33 |  von (4)

Partnersuche in der Niederlausitz

Partnersuche in der Niederlausitz

Es ist Zeit für Frühlingsgefühle. Das ist nicht nur bei den Störchen so, die jetzt wieder ihre Horste im Spreewald besetzt haben. Überall in der Region sind mit dem Frühlingsbeginn vermehrt Brautpaare zu sehen. Singles haben jetzt verstärkt Sehnsucht nach den berühmten Schmetterlingen im Bauch. Doch was tun, wenn kein Partner in Sicht ist?

Internet statt Dorffest

Je ländlicher die Region, desto schwieriger ist es, einen Partner zu finden. Die Bevölkerungsdichte ist niedrig, ungebundene junge Leute zieht es eher in die Großstädte. Es sind eher die Familien, die aufs Land ziehen. Singles aus Lübben, Elsterwerda oder Beeskow kennen die Situation nur zu gut. Dazu kommt, dass sich die Partnersuche an sich verändert hat. Während sich die Großelterngeneration auf Tanzbällen oder traditionellen Festen wie dem Osterfeuer oder dem Erntefest kennenlernte, spielen diese Treffpunkte für junge Leute kaum noch eine Rolle. Dafür haben Jüngere kaum noch Zeit. Als Treffpunkt kommen für sie der Freundeskreis, Ausbildungsstätte oder der Arbeitsplatz in Frage – und das Internet. Über Smartphone und Laptop wird ganz selbstverständlich mit Freunden kommuniziert und das Leben organisiert. Da ist es nur folgerichtig, dass hier auch auf Partnersuche gegangen wird. In der Weite des Internets – allein Facebook hat mehr als 1,5 Milliarden Nutzer – sollte sich doch ein passender Partner finden lassen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Denn bei der Partnersuche spielen Ähnlichkeiten eine große Rolle, zumindest, wenn eine langfristige Beziehung angestrebt wird. Dafür wählen die meisten Menschen jemanden, dessen sozialer und kultureller Hintergrund sich vom eigenen kaum unterscheidet.

Räumliche Nähe bei Partnerwahl entscheidend

1932 machte der der US-Soziologe James H.S. Bossard eine interessante Entdeckung: Er stellte fest, dass 30 Prozent der Ehepaare in Philadelphia vor ihrem Kennenlernen gerade mal einen Block voneinander entfernt gewohnt hatten. Jemanden von außerhalb der Stadt heirateten gerade einmal 18 Prozent. Das war zwar 1932, heutzutage sind die Menschen viel mobiler als früher. Bossards Erkenntnisse sind aber auch für heutige Verhältnisse noch zutreffend. Eine Mitte der 1990er-Jahre veröffentliche Studie ermittelte, dass auf dem Land etwa 80 Prozent der späteren Paare maximal 20 Kilometer auseinander wohnten. In Großstädten traf dies sogar auf über 90 Prozent zu. Die große Liebe eines Luckauers kommt also eher aus Sonnewalde denn aus Übersee oder vom Bodensee. Liebe über große Distanzen hinweg ist dann doch eher die Ausnahme. Räumliche Nähe macht jemanden gleich viel attraktiver. Haben Singles aus der Niederlausitz jetzt also das Nachsehen, weil kaum jemand da ist? Keinesfalls, sie müssen nur etwas gezielter Suchen. Dabei helfen können Dating-Apps. Anders als bei klassischen Online-Partnerbörsen bekommen Nutzer bei Dating-Apps wie Tinder, Lovoo, Badoo oder einer anderen Alternative gezielt Singles aus der näheren Umgebung vorgeschlagen. Bei Lovoo etwa funktioniert das über einen Live-Radar. Statt auf dem Dorffest können online-affine Singles mithilfe der Apps potenzielle Partner aus der Umgebung anschauen. Bei gegenseitigem Interesse können sich die Nutzer anschreiben und ein Treffen ausmachen. Denn Menschen müssen sich treffen, um ein Paar zu werden – das hat sich in der Partnersuche bislang nicht geändert.

 Bildrechte: Flickr Man using Windows Mobile device keypad outside gail CC BY-ND 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten 

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