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Brandenburg Dienstag, 22 März 2016 22:56 |  von (4)

Schnelle Hilfe dank Unfallmeldedienst

Schnelle Hilfe dank Unfallmeldedienst

Mehr als 2 Millionen Verkehrsunfälle passieren jährlich auf Deutschlands Straßen. Nach der Verkehrsunfallbilanz der Polizeidirektion Ost ereigneten sich im vergangenen Jahr 23.317 Unfälle in der Region. Das ist ein Zuwachs von 0,5 Prozent. Damit bei einem Unfall schneller für Hilfe gesorgt werden kann, gibt es von den deutschen Autoversicherern ab April einen automatischen Unfallmeldedienst. Mithilfe eines kleinen Steckers, der sich mit dem Smartphone verbinden lässt, soll bei einem Unfall automatisch die Notrufzentrale kontaktiert werden. Der Stecker kann sowohl in Neuwagen als auch in Gebrauchtwagen verwendet werden.

So funktioniert das Notruf-Meldesystem

Das neue Unfallmeldesystem funktioniert über einen 12-Volt-Stecker, der in die Buchse des Zigarettenanzünders gesteckt wird. Er enthält feine Beschleunigungssensoren, die einen Aufprall sowie die Stärke der Kollision erkennen und sendet anschließend Signale an die Unfallmelde-App auf dem eigenen Smartphone. Dieses wird mit dem Stecker über Bluetooth verbunden. Erhält das Telefon ein Signal vom Notruf-System, meldet es den Unfall automatisch an die Notrufzentrale des Versicherers. Hierbei werden der genaue Aufenthaltsort und die Fahrtrichtung des Fahrers übermittelt. Zusätzlich wird eine automatische Sprechverbindung hergestellt, sodass der Autofahrer sofort persönlich mit der Notrufzentrale reden kann. Der Unfallmeldedienst ist aber nicht nur für schwere Unfälle gedacht. Auch bei einem leichten Aufprall wird die Notrufzentrale informiert. Zudem können Fahrer bei einer Autopanne auch manuell mit der App Hilfe rufen. Die Signale werden dann an den Versicherungsanbieter gesendet, der anschließend für die entsprechenden Leistungen sorgt. Das Notruf-Meldesystem funktioniert bei Smartphones ab der Android-Version 2.3.4 sowie beim iPhone ab dem Modell 5 beziehungsweise ab dem System iOS 8. Weitere wichtige Fragen und Antworten zum Unfallmeldedienst findet man auf dieser Seite.

KFZ-Versicherer und Datenschutz

Der Unfallmeldedienst inklusive des technischen Betriebes der Stecker wird von der GDV Dienstleistungs-GmbH & Co.KG (GDV DL) betreut, die auch für die Notrufsäulen auf den deutschen Autobahnen zuständig ist. Der Stecker selbst wurde vom Unternehmen Bosch hergestellt, die App-Entwicklung übernahm IBM. Erste Kritik seitens der Interessenten am Unfallmeldedienst gibt es in Bezug auf die Datenübermittlung. Laut Versicherern übermittelt die App ausschließlich Daten nachdem ein Unfall passiert ist. Rückschlüsse auf die sonstige Fahrweise oder Bewegungsprofile sollen nicht möglich sein. Verläuft eine Fahrt ohne Zwischenfälle, werden also keine Daten gesendet. Wer Interesse an dem neuen Unfallmeldedienst hat, kann den Stecker und die zugehörige App direkt von seinem Versicherer erhalten. Vorausgesetzt, dass der Versicherungsanbieter am Notfallmeldeprogramm teilnimmt. Eine Auflistung der teilnehmenden Versicherungen gibt es bisher noch nicht. Interessierte müssen sich deshalb persönlich an ihren Versicherer wenden und nachfragen. Das Thema KFZ-Versicherung wird allgemein immer komplexer, die Versicherungspakete werden aber immer komfortabler. Dennoch lohnt sich ein Vergleich der Versicherungen, denn nicht jeder Anbieter erbringt die Leistungen, die sich der Fahrer nach einem Unfall gerne wünscht. Autobesitzer sollten sich deshalb gründlich informieren, was ihr Versicherungsdienst leistet und ob der jährliche Beitrag in diesem Zusammenhang gerechtfertigt ist. Mehr Informationen rund um die KFZ-Versicherung findet man unter anderem hier.  

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