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Brandenburg Sonntag, 20 März 2016 15:00 |  von Redaktion

Integrationsbegleitung

Integrationsbegleitung

Hartwig-Tiedt: Langzeitarbeitslose gezielt fördern

 

Das neue Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften“ des Arbeitsministeriums, das im August 2015 startete, wird erfolgreich umgesetzt. Davon hat sich Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt am Donnerstag bei der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk überzeugt. Die Bildungsgesellschaft betreut im Rahmen des Programms im Landkreis Prignitz 46 Menschen, von denen vier bereits erfolgreich in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt werden konnten. Hartwig-Tiedt sagte: „Brandenburg ist in den vergangenen Jahren bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gut vorangekommen. Aber wir haben einen hohen und zum Teil verfestigten Anteil von Langzeitarbeitslosen. Deswegen unterstützen wir jetzt ganz gezielt Langzeitarbeitslose und Erwerbslose mit minderjährigen Kindern, darunter besonders Alleinerziehende, damit auch sie wieder in Arbeit kommen. Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit ist ein zentrales Ziel unserer Arbeitsmarktpolitik und ein ganz entscheidender Beitrag zur Bekämpfung von Armut in Brandenburg.“

Für das Förderprogramm stehen bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Es ist damit die größte Fördermaßnahme des Arbeitsministeriums in dieser Legislaturperiode. Die Maßnahmen werden landesweit in 36 Projekte vor Ort von Bildungsträgern oder Jobcentern umgesetzt. Bis zu 8.000 Menschen können von dem Programm profitieren. Aktuell gibt es in Brandenburg rund 49.000 Langzeitarbeitslose und rund 37.000 Familien mit Kindern, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind.

Mit dem Förderprogramm werden Langzeitarbeitslose, die auf Grund langer Erwerbslosigkeit und ihrer familiären Situation schwerer Angebote auf dem Arbeitsmarkt finden, dazu zählen besonders arbeitslose Alleinerziehende, mithilfe von Integrationsbegleiterinnen und Integrationsbegleitern wieder an Erwerbsarbeit herangeführt. Im Vergleich zu anderen Familienformen sind Alleinerziehenden-Haushalte in höherem Maße von Armut betroffen Überdies erschweren unterbrochene Erwerbsbiografien aufgrund von Erziehungszeiten sowie Einstellungsvorbehalten bei Arbeitgebern die Arbeitsmarktintegration von alleinerziehenden Arbeitslosen zusätzlich. Um diese Begleitung auch durch individuell passende Unterstützungsangebote erfolgreich gestalten zu können, sollen nicht mehr als 20 Teilnehmende gleichzeitig betreut werden. Dabei wird insbesondere auch auf die Situation der Kinder in den betreffenden Familien geachtet. Die individuelle Förderung kann bis zu zwei Jahre dauern.

Hartwig-Tiedt betonte: „Es geht hier nicht nur allein um eine reine Arbeitsvermittlung, sondern wir fördern durch einen weiter gefassten Beratungs- und Vermittlungsansatz alle Familienmitglieder. Besonders alleinerziehende Frauen sind von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, obwohl sie oft gut ausgebildet und sehr engagiert sind. Aber sie haben es doppelt schwer und sind deshalb auf besondere Unterstützung angewiesen. Langzeitarbeitslosigkeit bei den Eltern zu beenden und ‎Armut von Kindern zu vermeiden soll ineinander greifen. Oft erschwert Elternarmut Kindern und Jugendlichen selbst den Weg in eine existenzsichernde Beschäftigung. Vor allem aber ist die Integration in den Arbeitsmarkt eine ganz wesentliche Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe.“

Mit individuellen Strategien und Lösungen zur Bewältigung vielfältiger Problemlagen soll die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden erhöht, ihre nachhaltige Integration in Arbeit erreicht sowie ihre soziale Situation verbessert werden. Ein weiteres Ziel der Projekte ist es, das Zusammenleben in den teilnehmenden Familien zu stärken und zu festigen. Das Programm bietet unter anderem die Teilnahme an passgenauen Unterstützungsmodulen, Vermittlung von betrieblichen Praktikumsplätzen, Unterstützung bei der Kinderbetreuung sowie Aktivitäten und Beratung zur Stärkung des familiären Zusammenlebens.

 

 

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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