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Brandenburg Freitag, 04 März 2016 18:00 |  von Redaktion

MITNETZ STROM macht Stromnetz für Energiewende fit

MITNETZ STROM macht Stromnetz für Energiewende fit
  • Zunahme der Einspeisung von erneuerbaren Energien erfordert Netzoptimierung und Netzausbau
  • Netzbetreiber setzt auf neue und intelligente Netztechnologien

MITNETZ STROM treibt den Umbau des Stromnetzes in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weiter voran. In 2016 setzt der enviaM-Netzbetreiber mehrere tausend Einzelmaßnahmen im Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz um. Insgesamt gibt das Unternehmen 304 Millionen Euro für Baumaßnahmen in 2016 aus. Im Vordergrund steht, das Netz im Zuge der steigenden Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien zu optimieren. Der enviaM-Netzbetreiber setzt dabei verstärkt auf neue und intelligente Netztechnologien.

„Das Verteilnetz spielt eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Rund 98 Prozent erneuerbarer Energie Anlagen sind daran angeschlossen. Wir untersuchen stetig wie wir unser Netz effektiver und effizienter gestalten können, um der Einspeisung erneuerbarer Energien schneller gerecht zu werden. Gemeinsam mit Siemens und der Universität Wuppertal haben wir an einer Studie zu Planungsgrundsätzen in ländlichen Verteilnetzen gearbeitet. Diese zeigt, dass die optimalste Variante eine Kombination von neuen Technologien und konventionellem Netzausbau ist", sagt Adolf Schweer, technischer Geschäftsführer der MITNETZ STROM.

Beispiele für neue und intelligente Netztechnologien bei MITNETZ STROM sind regelbare Trafostationen im Mittel- und Niederspannungsnetz, Hochtemperaturleiterseile und autonome Sensoren zur Zustandsüberwachung von Freileitungen im Hochspannungsnetz.

„ns ist es wichtig, das Stromnetz zuerst zu optimieren, um die Kosten für den Netzausbau zu reduzieren. Deshalb begrüßen wir auch die Überarbeitung des Energiewirtschaftsgesetzes, in der die Spitzenkappung von Einspeisungen für Wind- und Photovoltaikanlagen einfließen soll. Langfristig können wir dadurch den erforderlichen Netzausbaubedarf ebenfalls dämpfen. In einzelnen Fällen erfolgt dies schon", sagt Schweer.

Neben der Optimierung des Netzes ist ein rascher Netzausbau weiterhin notwendig. Mit dem Netzausbauplan Ost haben die führenden Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland bereits in 2013 eine solide Grundlage geschaffen. Die Unternehmen verständigten sich auf einen gemeinsamen Netzausbauplan für das Hochspannungsnetz. Dieser wurde in 2015 angepasst. Vorgesehen ist, dass MITNETZ STROM bis zum Jahr 2025 rund 390 Kilometer Hochspannungsleitungen neu baut oder verstärkt sowie zehn Übergabe-Umspannwerke zum Höchstspannungsnetz neu baut oder erweitert.

 

Wichtige Hochspannungsvorhaben der MITNETZ STROM in Brandenburg im Jahr 2016 sind:

  • Erweiterung und Umbau des Umspannwerkes Großräschen
  • Erneuerung der Hochspannungs-Schaltanlage im Umspannwerk Lübben
  • Fortführung des Umbaus des Umspannwerkes Uckro
  • Sanierung zweier Hochspannungs-Leitungen zwischen Umspannwerk Preilack und Umspannwerk Neuendorf

 

Wichtige Hochspannungsvorhaben der MITNETZ STROM in Sachsen im Jahr 2016 sind:

  • Fortführung der Erneuerungsmaßnahmen im Umspannwerk Zwönitz
  • Erneuerung des Umspannwerks Schneeberg/Nord
  • Fortführung der Erneuerung der Hochspannungs-Schaltanlage im Umspannwerk Böhlitz-Ehrenberg
  • Modernisierung der Stationsleittechnik in den Umspannwerken Markkleeberg, Niederwiesa und Plauen B
  • Sanierungsmaßnahmen auf den Hochspannungsleitungen Taucha – Bennewitz und Taucha – Lützschena
  • Ersatzmaßnahmen (Mastwechsel) auf der Anschlussleitung des Umspannwerkes Plauen B und zwischen Chemnitz-Röhrsdorf und Oberlungwitz

 

Wichtige Hochspannungsvorhaben der MITNETZ STROM in Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 sind:

  • Fertigstellung des Übergabe- Umspannwerkes Jessen/Nord und der Anschlussleitung
  • Fortführung der Erneuerungsmaßnahmen des Umspannwerkes Thale
  • Erneuerung der Mittelspannungsanlage im Umspannwerk Wolfen
  • Neubau der Hochspannungsleitung zwischen Umspannwerk Marke und Zschornewitz

 

Wichtige Hochspannungsvorhaben der MITNETZ STROM in Thüringen im Jahr 2016 sind:

  • Wechsel beschädigter Maste auf der Hochspannungsleitung zwischen Meuselwitz und Altenburg

 

 

Hintergrund

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM) mit Sitz in Halle (Saale) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM). Als größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland ist MITNETZ STROM unter anderem für Planung, Betrieb und Vermarktung des enviaM-Stromnetzes verantwortlich. Das durch die MITNETZ STROM betreute Stromverteilnetz hat eine Länge von rund 74.000 Kilometern und erstreckt sich über Teile der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

 

Regelbare Ortsnetztransformatoren:

Die regelbare Technik kann Schwankungen der Netzspannung bei zunehmender und abnehmender Stromeinspeisung besser ausgleichen. Das Unternehmen plant in 2016, rund 20 regelbare Ortsnetztransformatoren in seinem Netzgebiet zu installieren.

Hochtemperaturleiterseil:

Das Hochtemperaturleiterseil hat im Vergleich zu herkömmlichen Leiterseilen eine höhere Betriebstemperatur von bis zu über 200 Grad Celsius, um größere Strommengen zu transportieren. MITNETZ STROM hat bislang auf 60 Kilometer Leitungen Hochtemperaturleiterseile im Einsatz.

ASTROSE:

Die ASTROSE als Strom-Freileitungsmonitoring misst die Temperatur der Leitungen und/oder den Leiterseilabstand zum Boden. Somit kann man Leistungsreserven erkennen, die Kapazitätsauslastung optimieren und die Sicherheit der Freileitung gewährleisten. Das Pilotprojekt auf der Hochspannungsleitung zwischen Harzgerode und Rieder (Landkreis Harz) geht Ende 2016 in seine Auswertungsphase.

Spitzenkappung

Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Strommarktes die Spitzenkappung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen um bis zu 3 Prozent der Jahresenergie vorgesehen, welche die Netzbetreiber bei der Netzplanung anrechnen dürfen. Ziel ist es, unnötige Netzausbaukosten zu vermeiden und so die Netzentgelte zu senken. Das Gesetz soll voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft treten. Bislang sind Netzbetreiber gezwungen, die Stromnetze so zu errichten, dass sie für die maximale Einspeiseleistung von Windenergie- und Photovoltaikanlagen ausgelegt sind. Diese wird witterungsbedingt jedoch nur an wenigen Stunden im Jahr erreicht.

Netzausbauplan Ost:

Die Flächennetzbetreiber der ARGE Ost verständigten sich auf einen gemeinsamen Netzausbauplan für das Hochspannungsnetz. Dieser wurde in 2015 angepasst.

 

 

Quelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH

 

 

 

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