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Brandenburg Montag, 29 Februar 2016 11:00 |  von Redaktion

Arbeit 4.0

Arbeit 4.0 Foto: BILDHAUS Karoline Wolf

Arbeitsministerin Diana Golze: Digitalisierung der Arbeitswelt nicht zu Lasten der Beschäftigten

 

Neue Technologien und Informationssysteme führen zu einem rasanten Wandel der Arbeitswelt. Zur Digitalisierung der Arbeitswelt („Arbeit 4.0“) sagt Brandenburgs Arbeitsministerin Diana Golze Donnerstag in Potsdam: „Arbeit wird immer stärker von Flexibilisierung geprägt und immer unabhängiger von festen Arbeitsorten oder Arbeitszeiten. Von dieser Entwicklung werden bereits heute viele Berufsgruppen erfasst. Die zunehmende Digitalisierung verändert zudem die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Diese Entwicklung bietet zwar Chancen und wird auch neue Arbeitsplätze schaffen. Aber die Digitalisierung der Arbeitswelt darf nicht zu Lasten der Beschäftigten erfolgen. Wir dürfen die Augen vor den Risiken nicht verschließen. Es ist wichtig, dass die betriebliche Mitbestimmung und die Position der Beschäftigten gestärkt werden. Beschäftigte dürfen nicht rund um die Uhr für die Unternehmen verfügbar sein.“

Zur aktuellen Debatte über die Arbeit der Zukunft hat das Arbeitsministerium beim Berliner IMU-Institut eine Kurzstudie mit dem Titel „(Digitaler) Wandel der Arbeit in Brandenburg – am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie“ erarbeiten lassen. Danach sind erhebliche Veränderungen der Qualifizierungsanforderungen an die Beschäftigten zu erwarten. Es ist damit zu rechnen, dass die Bedeutung von „Einfacharbeit“ und Helferberufen für Geringqualifizierte sinkt, da beispielsweise durch den Computereinsatz Routineaufgaben wegfallen, dafür qualifizierte Facharbeit aufgewertet wird.

Golze betonte: „Klar ist auch: In kaum einem Beruf ist der Mensch vollständig durch Maschinen und Computer ersetzbar. Betriebe sind auch in Zukunft auf gut ausgebildete Frauen und Männer angewiesen. Besonders im Bereich der Gesundheit und Pflege, aber auch im Dienstleistungssektor steigt der Fachkräftebedarf. Der Einsatz von neuen Technologien kann für körperliche Entlastungen der Beschäftigten genutzt werden. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann verbessert werden, wenn Beschäftigte ihre Arbeitszeit flexibler einteilen oder häufiger von zu Hause arbeiten können.“

Aufgrund der demografischen Entwicklung fällt es der Wirtschaft bereits heute zunehmend schwer, offene Stellen zu besetzen. Golze: „Hier sind die Arbeitgeber gefordert, auch Jugendliche mit schlechteren Schulnoten, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und auch Flüchtlinge zu fördern und für die Anforderungen der ‚Arbeit 4.0‘ fit zu machen.“

Wie „Arbeit 4.0“ sich auf die Chancen für Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte auswirkt, war jetzt auch Thema bei der Jahresauftaktveranstaltung der kommunalen Beschäftigungsförderer, zu der das Arbeitsministerium gemeinsam mit der ZAB ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH eingeladen hatte. Dabei wurde auch die Umsetzung des neuen Förderprogramms „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften“ des Arbeitsministeriums diskutiert.

Golze: „Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren gut entwickelt, die Arbeitslosenquote hat sich mehr als halbiert. Aber nicht alle erwerbslosen Menschen können von dem Aufschwung profitieren. Wir haben einen hohen und zum Teil verfestigten Anteil von Langzeitarbeitslosen. Deswegen fördern wir besonders benachteiligte Langzeitarbeitslose und Erwerbslose mit minderjährigen Kindern noch intensiver, damit auch sie wieder in Arbeit kommen. Erforderlich ist auch eine breite Weiterbildungs- und Qualifizierungsoffensive, damit Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose auch in einer Digitalisierten Arbeitswelt in gute Arbeit integriert werden können.“

Das Förderprogramm „Integrationsbegleitung für Langzeitarbeitslose und Familienbedarfsgemeinschaften“ des Arbeitsministeriums startete im vergangenen Jahr. Landesweit setzen 36 Projekte die Maßnahmen um. Für das Programm stehen bis zum Jahr 2020 über 40 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

 

 

 

Foto:    BILDHAUS Karoline Wolf
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

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