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Brandenburg :: Politik  ::  Artikel als PDF-Datei
Jürgen Maresch, MdL: Eine andere Ansicht zum Bündnis "Heimat und Zukunft"
01.11.2011 13:45 - [hf]
Das Bündnis „Heimat und Zukunft“ in Brandenburg betrachte ich persönlich mit einem lachenden und weinenden Augen. Zwar wollen die Initiatoren eine Diskussion um die künftige Energiestrategie anstoßen, treten aber sogleich auf die Bremse, denn natürlich kann nur das zukunftsweisend sein, was sie sagen. Dies lässt keine Diskussionen zu, sondern lässt diese von vornherein unmöglich werden. Ich bin für regenerative Energie. Mir ist klar, dass die Braunkohle mittelfristig keinen Sinn mehr macht. Einen sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle sehe ich nicht darstellbar. Ich bin Landtagsabgeordneter aus Cottbus. An der Braunkohle hängen sehr viele Arbeitsplätze mittelbar bzw. unmittelbar in Cottbus, in der restlichen Lausitz.

Was soll ich diesen Menschen sagen ? Niemand hat mir das bisher beantwortet. Was ich höre sind Wünsche, Träume aber meiner Meinung nach wenig Realität. Selbstverständlich muss Vattenfall mehr für unsere Lausitz tun. Selbstverständlich müssen neue Wege her. Vor kurzem klagten Bürger aus Schenkendöbern wegen eines Solarparks. So ist es mit Windkraftanlagen. So ist es mit Biogasanlagen. Aber der Strom muss nachhaltig, bezahlbar und sicher aus der Steckdose kommen. Wie das realisiert werden soll, hat mir noch niemand schlüssig erklärt. Ich möchte auch noch einmal sehr deutlich an ein Volksbegehren gegen die Braunkohle erinnern. Dieses Volksbegehren ist mehr als deutlich gescheitert. Insoweit bin ich für Diskussion wie für das Bündnis. Aber mit der Beleuchtung von beide Seiten.

Jürgen Maresch
Landtagsabgeordneter
Erster Polizeihauptkommissar a.D.
Sprecher für Menschen mit Behinderung und Minderheiten

Siehe auch
Gründungsveranstaltung: Bündnis Heimat und Zukunft in Brandenburg
Protest gegen Braunkohleverstromung in der Mitte der Gesellschaft angekommen


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Kommentar von TomTom
Herr Marresch seine Gefühlslage zwischen lachen und weinen kann ich nicht so richtig nachvollziehen.
1, Worüber lacht er???
Über die demokratische Auseinandersetzung über unsere Lebens- und Wirtschaftsweise? Ich hoffe nicht, denn das würde ihn als verantwortlichen Politiker disqualifizieren.
2. Worüber weint er?
Das der Braunkohleverstromung die Tage gezählt sind???
Was will die SPD, der Unterbezirk SPN hat schon mal heute in der LR angekündigt;
"...„Wir Sozialdemokraten im Spree-Neiße-Kreis stehen zum Energiestandort Jänschwalde. Wir wollen ein neues, modernes, CO-gemindertes und somit klimafreundliches Kraftwerkneubau-Projekt. Wir erwarten vom Eigentümer, dass er dem politischen Wollen hier in Brandenburg, klare unternehmerische Entscheidungen gegenüber stellt“, wird Woidke zitiert...."

Keiner verlangt den sofortigen Ausstieg, die SPD beharrt jedoch das unbeirrte weiter so.
Das finde ich zum lachen und zum weinen.
Zum lachen, weil klar ist, dass über die Zukunft der Braunkohle nicht in Brandenburg entschieden wird und zum weinen, weil die Lausitz weiterhin dauerhaft trockengelegt und verheizt werden soll.

tomtom


Kommentar von Christian
Geehrter Herr Jürgen Maresch,

ich fürchte, die stets wiederholten Partei-Parolen der Linken im Land Brandenburg haben sich auch in Ihrer Wahrnehmung unauslöschbar festgesetzt. Aber dennoch, auch wenn man diese in den Äußerungen der Linken-Politiker und ihrer SPD-Koalitionfreunde fortwährend vernehmen kann, bleiben sie dennoch eines - nämlich unwahr.

Wo in der Erklärung des Volksbegehren gegen neue Tagebau, wo in den Protesten der von Abbaggerung bedrohten Orte in der Lausitz und wo in dem Programm des neu gegründeten Bündnisses „Heimat und Zukunft“ haben Sie die Forderung nach einem sofortigen Ausstieg aus der Braunkohlenverstromung vernommen? Das ist jene Unwahrheit, die seit Jahren von Politikern des Landes wider besseren Wissens ausgeplaudert und von Funk und Presse ungeprüft verbreitet wird, um damit jene Ängste und Sorgen in den Angestellten der Braunkohlenindustrie zu schüren, die für Matthias Platzeck und seine gestrige Idee vom Fortbestehen der Braunkohlenverstromung in Brandenburg sehr nützlich sind.

Das Bündnis Heimat und Zukunft, wie alle vorherigen Proteste, verwehrt sich gegen die Energiepolitik des Landes, die dem schwedischen Vattenfallkonzern Planungssicherheit bis weit über das Jahr 2060 hinaus gewähren möchte, auf Kosten der Umwelt, der Natur, der Landschaft im Land Brandenburg und der hier lebenden Menschen. Dem neugegründeten Bündnis geht es deshalb vor allem darum, keine neuen Tagebauerschließungen zuzulassen. Alle bestehen Tagebau jedoch sollen weitergeführt werden. Damit sind die Arbeitsplätze der Kohlekumpel in Brandenburg bis 2030 oder gar bis 2040 gesichert, d.h. länger, als die Lebensarbeitszeit eine ganze Arbeitergeneration.

Ich glaube, dass sich bis dahin ein Großteil jener Kohleangestellten im wohlverdienten Ruhestand befindet und die jüngeren haben noch Jahrzehnte mit der Wiedergutmachung und Wiederherstellung der Schäden zu kämpfen, die die Braunkohleverstromung im Land Brandenburg hinterlassen hat.
Das ist die Brücke ins Zeitalter der erneuerbaren Energien hinein. Sie besteht bereits – wann begreift die Linke dies endlich. Eine künstliche Verlängerung darüber hinaus kann deshalb nur als Lobbyarbeit für Vattenfall verstanden werden.

Also geehrter Herr Maresch – lassen Sie sich nicht vor den Karren der Energie-Polemik der SPD spannen. Nutzen Sie Ihren eigenen Sachverstand und erkennen Sie endlich, dass die Zukunftängste der Braunkohlekumpel von denen instrumentalisiert werden, die damit Profit oder ihr politisches Überleben sichern wollen.



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