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Schenkendöbern :: Kommentar  ::  Artikel als PDF-Datei
Arroganz, Ignoranz und Profitstreben
22.07.2008 11:13 - [hf]
"Des Einen Leid ist des Anderen Freud"
Ein bekannter Spruch, der immer wieder bestätigt wird.
Wenn es nach den Plänen der Landesregierung und Vattenfall geht, sind die Jahre der drei Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz gezählt.
Nach einem langen Genehmigungsverfahren und jahrelanger Ungewissheit der Bewohner - immer zwischen Hoffen und Bangen - sollen die Einwohner umgesiedelt werden.
Platz für die Braunkohlebagger.
Auch Unternehmen wissen davon und wittern ein lukratives Geschäft. Rechtzeitige Akquise ist gefragt, man möchte ja einer der Ersten sein. Geschäft ist Geschäft, da haben Gedanken über Gefühle der Menschen keinen Platz.

Heute erreichte uns ein Schreiben aus den betroffenen Dörfern.
Nachfolgend ist es wiedergegeben. Der Leser möge sich selbst eine Meinung dazu bilden.
Mit dem Schreiben erreichte uns noch die Bitte: "Es interessiert uns natürlich auch die Meinung der breiten Bevölkerung."
Kommentare dazu sind also willkommen.

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Wut und Betroffenheit löste ein zugestellter Brief bei den Bewohnern der von der Abbaggerung bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz aus. Obwohl die Unterlagen zur Beanspruchung der bewohnten Siedlungsgebiete von dem Konzern Vattenfall noch nicht bei der Landesregierung eingereicht worden sind, soll mit dem Leid der betroffenen Menschen aus Gewinnsucht Geschäfte gemacht werden.
Jeder einzelne Einwohner von den oben genannten Dörfern erhielt persönlich einen Brief von "einer Bausparkasse" (Name der Bausparkasse v.d.R. geändert). Darin wird ausgeführt, dass in 8 bis 10 Jahren Abbaggerungsarbeiten der Kohle stattfinden sollen. Um sich Sonderwünsche beim Bau eines neuen Heimes erfüllen zu können, wäre der jetzige Zeitpunkt ideal, eine Kapitalanlage abzuschließen (usw.).

Im Namen der betroffenen Bürger möchten wir uns auf das entschiedenste gegen dieses Geschäftsgebaren verwahren.

Seit dem 28.09.2007 (Zustellung der Benachrichtigung von Vattenfall) läuft für die meisten Betroffenen das Leben nicht mehr in den geregelten Bahnen, so, wie es vorher war. Aus Hoffnungslosigkeit und Trauer wurde Kampfeswillen! Wir sind nicht bereit unsere Heimat ohne Gegenwehr aufzugeben. Umso bestürzter waren wir über die Gleichgültig- und Gefühllosigkeit der oben genannten Institution sowie über die Art und Weise der Kontaktaufnahme. Wir fordern eine öffentliche Entschuldigung beziehungsweise Stellungnahme.

Die Redaktionskommission des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen der Agenda 21 der Gemeinde Schenkendöbern

Dieter Augustyniak
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Foto 1: Atterwasch, © Gerd Laeser




Foto 2: Grabko in der Mittagssonne, Archivbild


Foto 3: Kerkwitz, Blick vom Kirchturm gen Nordwesten, © Gerd Laeser


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Kommentar von Big Valley
Diese Bausparkasse sollte sich was schämen und den zuständigen Mitarbeiter vor die Tür setzen.
Aber ich kann nur den Kopf schütteln, dass überhaupt darüber nachgedacht wird den Tagebau hier wieder aufzunehmen. Haben denn alle Beteiligten keine Augen im Kopf, kein Hirn um nach zu denken. Da leben wir in einer wunderschönen Region, ehemaliger Tagebau wird geflutet, eine Tourismus-Landschaft entsteht.
Und nun kommt V. daher und möchte ganze Dörfer zerstören und unser Land denkt darüber nach? Ja ist das eine verkehrte Welt, alle reden vom Umweltschutz und dann sowas! Die V. sollte sich darüber Gedanken machen, wie sie umweltfreundlichen Strom erzeugen und nicht wie sie Menschen aus ihren Dörfern vertreiben kann.
Brandenburg ist eines der landschaftlich schönsten Bundesländer unserer Republik und unser Landesvater sollte sich lieber Gedanken machen, wie er diesen Umstand nutzen kann, um Arbeitsplätze und Perspektiven zu schaffen. Mit einer Genehmigung für den Tageabbau wird dieser Region touristisch ins Abseits gedrängt, noch mehr Arbeitslosigkeit, noch mehr Frust. Das kann unsere Politik nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. So wird zerstört, was in mühsamer Arbeit und über Jahre gewachsen ist: Ein Paradies für Erholungssuchende, nicht nur aus Deutschland. Ein erneuter Tagebau schadet nicht nur den Bewohnern der drei Dörfern, sondern einer ganzen Region!



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