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| Forst (Lausitz) :: Im Gespräch mit :: Artikel als PDF-Datei Frank Baer: "Es ist völlig unangebracht, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit Fleiß und Flexibilität ist viel zu schaffen." 09.07.2008 20:30 - [hf] Niederlausitz aktuell im Gespräch mit Herrn Frank Baer, Vorstand der VR Bank Forst eG, über Chancen und Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region.Die VR Bank Forst eG betreut als regionale Bank Kunden im östlichen Teil des Landkreises Spree-Neiße und unterhält Geschäftsstellen in Forst (Lausitz), Guben, Döbern und Heinersbrück. Frank Baer ist vor zwei Jahren aus Franken in die Rosenstadt gekommen und schätzt neben den Menschen die Städte und die Landschaft entlang der Neiße. Zur Frage, wie er die wirtschaftliche Zukunft der Stadt Forst (Lausitz) einschätze, antwortete Herr Baer: “Es ist meine Grundüberzeugung, dass die Stadt alle Voaussetzungen für eine positive Entwicklung hat. Mit Geschick und etwas Glück kann sich Forst wieder zu einer prosperierenden Stadt aufschwingen.” Die Stadt habe neben einer hervorragenden Infrastruktur entwickelte Industriegebiete und ein grosses Arbeitskräftepotential. Die Autobahn und die Bahnverbindung von Polen nach Berlin seien ein ebenso großes Plus der Stadt Forst wie die unmittelbare Grenznähe. Der Wegfall der Grenzkontrollen nach dem Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen hat die Lage der Stadt und der Region noch deutlich verbessert. Nach Einschätzung von Frank Baer ist Osteuropa die Wachstumsregion schlechthin. Die geplante Erneuerung der Autobahn in Polen und der Ausbau der Bahnstrecke seien wichtig für die Region und wichtig für den Zugang zu dieser Wachstumsregion. “Die politische Entscheidung zur Ausweisung von 'Wachstumskernen' - ein Status, den Forst nicht hat - sehe ich eher kritisch. Aber Politik kann keine Wunder bewirken.” Letztendlich sei die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen von der Auftragslage abhängig. Eine Verbesserung der Auftragslage führe zu mehr Vollzeitarbeitsplätzen und damit zu einer verbesserten Kaufkraft. Die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region sei deutlich an der gestiegen Zahl der Ausbildungsplätze zu sehen. “Junge Leute haben wieder Chancen,” so Frank Baer. “Es ist völlig unangebracht, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit Fleiß und Flexibilität ist viel zu schaffen.” Er appelliert an junge Menschen, die bald am Anfang des Berufslebens stehen, neben der schulischen Qualifikation auch an der Ausbildung ihrer Persönlichkeit zu arbeiten. Zur Frage nach grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen und der zunehmenden Normalität zwischen Polen und Deutschland nannte er Guben als markantes Beispiel für den sichtbaren Prozess des Zusammenwachsens. Frank Baer: “Guben/Gubin ist eine Doppelstadt beiderseits der Grenze. Schon in einem Cafe wird an den gesprochenen Sprachen der Gäste deutlich, wie normal es für die Bewohner ist, Einkäufe beiderseits der Grenze zu erledigen. Gubiner kaufen in Guben ebenso ein wie Gubener in Gubin. Die Neißebrücken werden als etwas Verbindendes empfunden.” Die wachsende Normalität sehe man auch an einzelnen Geschäften, die z.B. von Polen in Guben eröffnet wurden. Das gestiegene Interesse der polnischen Nachbarn an Immobilien auf der deutschen Seite der Grenze sei ein weiteres Zeichen der Normalität. Als Problem sehe er noch die Sprache und verwies auf die zur Verfügung stehenden Angebote zum Erlernen der Sprache der Nachbarn. Das Gespräch fand am 3.7.2008 in Forst (Lausitz) statt. Foto 1: Frank Baer Foto 2: Verbindende Brücke zwischen Guben und Gubin, © Gerd Laeser |
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